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Badetote in der Ostsee : DLRG warnt vor unsicheren Stränden in SH

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

2014 gab es ungewöhnlich viele Badetote. Die DLRG fordert deshalb die Rückkehr zu landesweiten Standards.

Kiel | Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) fordert eine Rückkehr zu landesweit einheitlichen Standards für die Badesicherheit. 2008 hatte die Große Koalition aus CDU und SPD in Kiel darauf verzichtet. „Das hat sich nicht bewährt“, bilanziert DLRG-Landesgeschäftsführer Thies Wolfhagen. Zahlreiche Orte versuchen seiner Beobachtung nach, „mit einem absoluten Mindestmaß an Sicherheitsausrüstung zurechtzukommen“. Gerade die ungewöhnlich hohe Zahl von 23 Badetoten in der diesjährigen Saison gebe Anlass, das Sicherheitssystem auf Lücken zu durchforsten.

Wolfhagen weiß von „rund einem Dutzend Gemeinden“, wo Ausstattungsgegenstände auf Grund der Liberalisierung nicht erneuert worden seien. Das gelte etwa, wenn der Tüv abgelaufen sei oder Verwitterungsprozesse einsetzen. Als Beispiele nennt der DLRG-Chef Sauerstoffeinheiten oder Rettungsbretter. Eine Handvoll Gemeinden habe gar die Zahl der Rettungstürme ausgedünnt.

Gestrichen worden war die Badesicherheitsverordnung vor sechs Jahren im Zuge der damaligen Entbürokratisierungsversuche. Ex-Innenminister Lothar Hay (SPD) hatte erwartet, „die Badeorte werden schon im eigenen Interesse dafür sorgen, dass ihr guter Ruf nicht durch mangelnde Badesicherheit gefährdet wird“. Seit dem damaligen Beschluss entscheiden die Städte und Gemeinden selbst, wie sie die Badeaufsicht wahrnehmen. Welche Sicherungs- und Rettungsmittel an einem Strandabschnitt vorgehalten werden, obliegt demnach ihrer eigenen Einschätzung. „Mit der einstigen Landesverordnung hingegen gab es eine verlässliche Bank für die Kommunen über das, was sie als Strandbetreiber vorhalten müssen.“

Die DLRG appelliert zudem an die Gemeinden, das Gefahrenpotenzial ihrer Strände stäker von Gutachtern der europäischen Wasserrettungsorganisation „ILSE“ abklopfen zu lassen. Das haben im Land bisher nur Scharbeutz, Travemünde, Sierksdorf, Pelzerhaken, Großenbrode, Heiligenhafen, Hasselberg, Kronsgaard und Norgaardholz gemacht; Föhr bereitet sich darauf vor. Die Befürchtung, dass ein Check immense Kosten nach sich zieht, ist pauschal offenbar unbegründet. Das Amt Geltinger Bucht etwa musste nach der Sicherheits-Prüfung seiner drei Strände für den überschaubaren Betrag von 4500 Euro nachrüsten. Der Check selbst schlägt mit knapp 1000 Euro zu Buche. Mit dem Zerfitikat „Lifeguarded Beach“ könne Schleswig-Holstein auch touristisch punkten, wirbt der DLRG-Mann.

„Probleme mit dem Thema Badesicherheit haben bei uns in letzer Zeit keine Rolle gespielt“, sagt der Geschäftsführer des Gemeindetags, Jörg Bülow, Aus dem Innenministerium heißt es: „An eine Neuauflage der Badesicherheitsverordnung wird derzeit nicht gedacht“.

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erstellt am 13.Okt.2014 | 20:04 Uhr

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