Ministerpräsident Albig : "Die HSH Nordbank hat eine Zukunft"

'Die HSH Nordbank muss wieder in den regionalen Markt hinein', sagt Torsten Albig Foto: dapd
"Die HSH Nordbank muss wieder in den regionalen Markt hinein", sagt Torsten Albig Foto: dapd

Die angeschlagene HSH Nordbank geht mit Verlusten ins neue Jahr. "Die Bank hat eine Zukunft", sagt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig.

Avatar_shz von
31. Dezember 2012, 04:07 Uhr

Wie kann die HSH Nordbank am regionalen Markt wieder richtig Fuß fassen?
Ich denke, dass sich die Bank dieses Themas im neuen Jahr mit besonderer Kraft annehmen wird. Sie muss in diesen Markt hinein. Dabei ist durchaus nicht ausgeschlossen, dass sich Interessen der HSH Nordbank mit denen der Sparkassen deutlich überschneiden. Die HSH war eine Zeit lang vom regionalen Markt weg und ein Teil der denkbaren Kunden hat sich andere Institute gesucht, insbesondere im Sparkassen- und Genossenschaftsbereich.
Was kann die HSH Nordbank also tun?
Sie muss sich neu justieren und dieses Terrain so abstecken, dass sie nicht immer als zweiter Sieger vom Platz geht. Sowohl der Vorstand als auch die Anteilseigener sehen das als Herausforderung. Nach dem Motto "banking is people" sollte die HSH einfach wieder bei potenziellen Kunden die Tür öffnen und sagen: Hier sind wir, und wir möchten Ihnen mal vorstellen, was wir im Angebot haben. Entweder ich gehe zum Kunden oder ich kann die Bank zumachen. Der Kunde kommt ganz selten mal zu mir - es sei denn, er ist in Not, aber diese Kunden will die HSH ja gerade nicht. Die Bank will doch die attraktiven Kunden haben und nicht diejenigen, denen man Geld hinterherwerfen muss.
Sucht die Landesregierung eigentlich nach Finanzinvestoren, die bei der HSH Nordbank einsteigen können, wie es FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki vorschlägt?
Wie sollten wir denn nach so einem "Weißen Ritter" suchen - mit Kleinanzeigen? Wir suchen Lösungen, wie die Bank sich stabilisieren kann, wie wir ihr helfen können. Aber wir beteiligen uns nicht an irgendwelchen überflüssigen Presseaktionen.
Wie groß ist das Vertrauen, dass die Landesregierung noch in den Vorstand und in den Aufsichtsrat hat?
Die Bank hat eine Zukunft und ein Geschäftsmodell, an dem man noch arbeiten muss, das aber die Weichen richtig stellt. Und dieses kann auch vor den Augen der EU-Kommission Anerkennung finden. In der Vergangenheit war die eine oder andere Entscheidung auch im Aufsichtsrat nicht so hilfreich. Aber jetzt wollen wir gemeinsam mit unserer Bank alle denkbaren Schritte unternehmen, dass sie erfolgreich sein wird. Dazu gehört, dass wir die Wiederaufstockung der Ländergarantien um drei Milliarden Euro, von der wir glauben, dass dies das richtige Instrument ist, so vorbereiten, dass wir sie vor der EU-Kommission erfolgreich vertreten können.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen