Parteivorsitz, Kanzlerkandidatur, Absturz : Die Fahrt des Schulz-Zugs: Ein Jahr in Prozenten

SPD-Chef Martin Schulz verlässt während des SPD-Sonderparteitags in Bonn das Podium.
SPD-Chef Martin Schulz verlässt während des SPD-Sonderparteitags in Bonn das Podium.

Am 24. Januar 2017 übernimmt Martin Schulz das Ruder bei der SPD. Dann kommt die Bundestagswahl – der Anfang vom Ende.

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09. Februar 2018, 16:44 Uhr

Berlin | Vor etwas mehr als einem Jahr kündigte der damalige SPD-Chef Sigmar Gabriel seinen Verzicht auf den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur zugunsten von Martin Schulz an. „Weil er die besseren Chancen hat. Das liegt auf der Hand“, sagte Gabriel am 24. Januar 2017 zur Begründung. Was folgte, waren wenige Wochen Euphorie und ein tiefer Absturz. Ein Jahr Martin Schulz in Prozenten:

21 Prozent – Das ist der Umfragewert, mit dem Schulz am 24. Januar die SPD von Gabriel übernimmt. Der frühere EU-Parlamentspräsident Schulz sagt: „Dieses Land braucht in diesen schwierigen Zeiten eine neue Führung.“

33 Prozent – Dreieinhalb Wochen später, am 18. Februar, erreicht Schulz nach steilem Aufstieg diesen Höchstwert für die SPD. Das Niveau hält die Partei nur kurze Zeit. Dann geht es wieder bergab.

  • 26. März: Bei der Landtagswahl im Saarland gewinnt entgegen allen Hoffnungen der SPD die CDU klar mit 40,7 Prozent (SPD: 29,6 Prozent).
  • 7. Mai: In Schleswig-Holstein verliert Rot-Grün die Mehrheit (CDU: 32,0 Prozent, SPD 27,2).
  • 14. Mai: Bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen wird Rot-Grün abgewählt. Die CDU steigert sich dort auf 33,0, die SPD sackt auf 31,2 Prozent ab.

100 Prozent Schulz wird am 19. März mit diesem Rekordergebnis zum Parteichef gewählt. Ein früher Höhepunkt seiner Amtszeit.

20,5 Prozent – Bei der Bundestagswahl am 24. September stürzt die SPD auf ihr schlechtestes Ergebnis der Nachkriegsgeschichte ab. Schulz verkündet: „Es ist völlig klar, dass der Wählerauftrag an uns der der Opposition ist.“ Schulz am 25. September in einer Pressekonferenz: „In eine Regierung von Angela Merkel werde ich nicht eintreten.“

81,9 Prozent Am 7. Dezember wird Schulz mit diesem Ergebnis als Parteichef wiedergewählt – das sechstschlechteste Ergebnis bei einer Wahl zum SPD-Vorsitzenden seit 1949. Schulz spricht trotzdem von einem „Vertrauensvorschuss“.

56,4 Prozent So knapp ringt sich die SPD am 21. Januar auf dem Parteitag in Bonn zu Verhandlungen über eine große Koalition durch. In der Parteispitze hatte man auf mindestens 60 Prozent gehofft.

17 Prozent – Nach dem Bonner Parteitag verliert die SPD in den Umfragen weiter: Bei Forsa kommt sie zwischenzeitlich nur noch auf 17 Prozent.

26 ProzentAm Freitag erklärt Schulz seinen Verzicht auf den in einer großen Koalition angestrebten Außenminister-Posten. Aus einer neuen Forsa-Umfrage geht hervor, dass der ursprünglich angestrebte Eintritt von Schulz in die Bundesregierung von nur 26 Prozent der Deutschen unterstützt wurde. Fast drei Viertel (72 Prozent) lehnten diesen ab.

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