Kiel : Deutschlandtag der Jungen Union: Einheit CDU und CSU ein Schwerpunkt

<p>Bei der Versammlung ginge es auch um die Frage, wie in Zukunft ein gemeinsames Bundestagswahl-Programm auch formal erarbeitet und beschlossen werden kann, so Tobias Loose, Landesvorsitzende der schleswig-holsteinischen Jungen Union. </p>

Bei der Versammlung ginge es auch um die Frage, wie in Zukunft ein gemeinsames Bundestagswahl-Programm auch formal erarbeitet und beschlossen werden kann, so Tobias Loose, Landesvorsitzende der schleswig-holsteinischen Jungen Union.

Bei der Veranstaltung vom 5. bis 7. Oktober werden 1200 Mitgliedern erwartet. Mit dabei ist auch die Kanzlerin Angela Merkel.

shz.de von
31. August 2018, 17:00 Uhr

Kiel | Der Deutschlandtag der Jungen Union im Oktober in Kiel soll einem besseren Zusammenhalt von CDU und CSU beitragen. Das sei seine Hoffnung, sagte der Landesvorsitzende der gastgebenden schleswig-holsteinischen Jungen Union, Tobias Loose, am Freitag in Kiel. Es gehe dabei auch um die Frage, wie in Zukunft ein gemeinsames Bundestagswahl-Programm auch formal erarbeitet und beschlossen werden kann. Die Erfahrungen der Bundestagswahl 2017, als man sich erst nach langem Ringen einigte und nach der Wahl diskutieren musste, wie es denn gemeint gewesen sei, sollten sich nicht wiederholen.

Zum Deutschlandtag der Union vom 5. bis 7. Oktober werden rund 1000 Mitglieder der Jungen Union aus ganz Deutschland erwartet und rund 200 Gäste – auch aus den USA, Israel, dem arabischen Raum und Indien.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird voraussichtlich am 6. Oktober auf dem Deutschlandtag sprechen, wie Loose sagte. Weitere Gäste seien CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber, der auch Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament ist. Es sei durchaus möglich, dass noch ein weiterer hochrangiger CSU-Politiker kommen werde.

Leitantrag beschließen

Die Junge Union will in Kiel auch einen Leitantrag ihres Bundesvorstandes zum künftigen CDU-Grundsatzprogramm beschließen. Der Leitantrag ist noch nicht veröffentlicht.

Zu den Positionen darin gehört laut Losse, dass ausländische Politiker in Deutschland keinen Wahlkampf führen dürfen. Die Höhe von im Ausland gezahlten Kindergeld solle an die dortigen Lebenshaltungskosten gekoppelt werden. Die Bundeswehr solle mittel- und langfristig mehr Geld bekommen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Den Einsatz von bewaffneten Drohnen will die Junge Union nicht von vorneherein ausschließen. An der östlichen Nato-Flanke zu Russland sei eine größere militärische Präsenz nötig.

Politiker sollen auf die Bürger zu gehen

Mit Blick auf die Vorkommnisse in Chemnitz hält Loose ein direktes Zugehen der Politiker auf die Bürger für wichtig, um wieder Vertrauen für die Volksparteien zu gewinnen. Ein Rechtsruck der Union, wie ihn manche propagierten, sei „nicht der richtige Weg“. Bei der Landtagswahl im Mai 2017 in Schleswig-Holstein habe die AfD 5,9 Prozent erreicht. Die Antwort auf die AfD müsse ein eigenständiges politisches Profil sein. Der erfolgreiche pragmatische Politikstil von Ministerpräsident Daniel Günther sei ein Beispiel hierfür. Viele in der Jungen Union sei immer noch traurig, dass Jamaika auf Bundesebene wegen der Absage der FDP nicht geklappt habe.

Auf dem Deutschlandtag wird der Bundesvorstand der Jungen Union neu gewählt. Die Wiederwahl des Bundesvorsitzenden Paul Ziemiak gilt als sicher, bisher gibt es keinen Gegenkandidaten. Die Junge Union hat bundesweit 115.000 Mitglieder und in Schleswig-Holstein 3200.

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