Ausbaupläne : Der Norden rüstet zur großen Windernte

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Die Energieproduktion soll bis 2015 verdreifacht werden: Demnächst sollen 1,5 Prozent der Landesfläche für die Windkraft zur Verfügung stehen. Es geht um drei Milliarden Euro Investitionen.

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15. August 2011, 09:37 Uhr

Kiel | Das "Gerüst" steht - im Frühjahr soll der Ausbau beginnen: Von da an sollen zusätzlich 9200 Hektar Landesfläche zwischen Nord- und Ostsee für die Produktion von Windstrom genutzt werden können. Damit wird die derzeitige Fläche von 13.600 auf 22.800 Hektar wachsen.
Das geht aus der so genannten Teilfortschreibung der Regionalpläne hervor, die das Innenministerium am Montag den Kreisen und kreisfreien Städte zusenden wird. Nach dem von der Koalition überarbeiteten Landesentwicklungsplan sind dann 1,5 statt bisher ein Prozent der Landesfläche für die Erzeugung von Windenergie reserviert.
Die Pläne sind Teil des Energiekonzepts der Landesregierung, die Schleswig-Holsteins Rolle als Energie-Exportland auch nach dem Aus für die Atomkraft sichern sollen. Bisher werden in Schleswig-Holstein 3000 Megawatt Windstrom an Land erzeugt. Bis 2015 soll die Ausbeute auf 9000 Megawatt steigen. Das wäre sechsmal so viel wie das Atomkraftwerk Brokdorf liefert. Parallel dazu laufen Planungen für Windparks auf See, die weitere rund 3000 Megawatt Strom erzeugen sollen.
Gesamtinvestitionen von drei Milliarden Euro
Die elf Kreise hatten - zum Teil gestützt auf positive Bürgerentscheide - noch weit mehr Flächen im Umfang von fast 7000 Hektar zum Ausbau der Windkraft angemeldet. Nicht alle Wünsche seien erfüllbar gewesen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. So hätten Belange des Natur- und Denkmalschutzes ebenso berücksichtigt werden müssen wie solche der Flugsicherheit oder Abstände zur Wohnbebauung.
Das Ausbaukonzept verzichte darauf, Flächen in solchen Gemeinden auszuweisen, in denen es Beschlüsse oder Bürgerentscheide gegen die Nutzung der Windenergie gegeben habe, hieß es. Bis November läuft ein Anhörungs- und Beteiligungsverfahren.
Nach Branchen-Prognosen können in den zusätzlichen Windvorrangflächen Gesamtinvestitionen von drei Milliarden Euro ausgelöst werden. Das Wirtschaftsministerium rechnet nach dem Ausbau mit jährlichen Einspeisevergütungen von 700 Millionen Euro nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz.

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