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Schleswig-Holstein-Slogan : „Der echte Norden“ ist ein echter Erfolg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Heftige Kritik am Landes-Slogan sorgt für hohen Bekanntheitsgrad. Denn 30 Prozent der Deutschen kennen ihn.

Dieser Streitfall zeigt durchschlagende Wirkung: Anderthalb Jahre nach der ersten Präsentation ist Schleswig-Holsteins umstrittener Landes-Slogan „Der echte Norden“ 30 Prozent der Bundesbürger bekannt. Das geht aus einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern hervor. Von den sieben in der Studie verglichenen Länder-Slogans ist der „echte Norden“ der zweiterfolgreichste. Nur Baden-Württemberg erreicht mit „Wir können alles. Außer Hochdeutsch“ einen noch höheren Bekanntheitsgrad: 42 Prozent. „So geht Sächsisch“ sagt 26 Prozent der Befragten etwas. „Das ist Thüringen“ und „be Berlin“ kommen jeweils auf 21 Prozent. Mecklenburg-Vorpommerns Dachmarke „MV tut gut“ erreicht nur 18 Prozent – obwohl es bereits seit 2004 im Einsatz ist. „Wir stehen früher auf“ (Sachsen-Anhalt) kennen 16 Prozent. Befragt wurden 2000 Bundesbürger.

Auffällig bei den Antworten zum „echten Norden“: Als einziger der abgefragten Slogans ist er West- und Ostdeutschen annähernd gleich gut vertraut. Bei den anderen Sprüchen hängt dies stark davon ab, ob es ein west- oder ein ostdeutsches Bundesland ist. Nachlegen muss Schleswig-Holstein bei den unter 25-Jährigen: Von ihnen haben nur 24 Prozent schon vom angeblich „echten Norden“ gehört. Bei Rentnern und jungen Familien trifft dies auf jeweils 31 Prozent zu, bei Führungskräften auf 33 Prozent.

„Dafür, dass die eigentliche Kampagne zum ,echten Norden’ noch gar nicht gestartet ist, ist das schon ein schöner Erfolg“, kommentiert Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhard Meyer die Emnid-Umfrage. Es zahle sich aus, „dass der Slogan kontrovers ist und Widerspruch geweckt hat“ – denn dadurch sei er schnell auch über überregionalen Medien bekannt geworden – unter anderem durch einen Artikel in der „Süddeutschen Zeitung“.

„Eine Anzeige dort hätten wir nie bezahlen können“, freut sich Meyer. Ausruhen dürfe man sich auf der Umfrage aber keinesfalls. „Bis die neue Dachmarke durch alle Bereiche hindurch mit Leben erfüllt ist, wird es noch ein langer Weg.“ Als erste Schritte nennt der SPD-Politiker ein „Partnerprogramm für Unternehmen zum „echten Norden“ oder die Glücks-Marketingkampagne. Damit baut die Tourismusagentur Schleswig-Holstein den „echten Norden“ in ihr Marketing ein.

Die eigentliche Kampagne zum „echten Norden“ befindet sich derzeit in einer europaweiten Ausschreibung. Zum Frühsommer hin soll der Auftrag durch das Wirtschaftsministerium vergeben werden. Allerdings ist der Etat mit einer halben Million Euro vergleichsweise bescheiden. Baden-Württemberg etwa gibt für seine Dachmarke jährlich fünf Millionen Euro aus.
 

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erstellt am 06.Feb.2015 | 09:35 Uhr

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