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Neues Motto für SH : „Der echte Norden“ - die Mottos der anderen

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Heute debattiert der Landtag über das umstrittene neue SH-Motto. Aber wie klug und kreativ sind die Mottos der anderen Bundesländer? Ein Überblick.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2014 | 06:00 Uhr

„Der echte Norden“. So präsentiert sich künftig Schleswig-Holstein, heute ist das Thema auf der Tagesordnung im Landtag. Das Motto soll das „Land der Horizonte“ ablösen, das SH-Besucher heute großflächig an den Autobahnen begrüßt.

Das neue Motto stößt auf geteiltes Echo. Manche kritisieren die hohen sechsstelligen Kosten. Die anderen norddeutschen Länder fragen kritisch, ob sie etwa nicht echt seien. „Ist Niedersachsen etwa der falsche Norden?“, hieß es aus Hannover.

Niedersachsen: kein falscher Norden

Foto: imago

Das Land, das das neue SH-Motto vehement kritisiert, hat selbst keins. An den Autobahnen steht: „Immer eine gute Idee“, was aber kein offizielles Landesmotto ist. Von 2007 bis 2012 präsentierte sich Niedersachsen als Pferdeland: „Sie kennen unsere Pferde. Erleben Sie unsere Stärken“, war der dazugehörige Spruch. Dazu mal echt nachgefragt: Und was, wenn wir eure Pferde nicht kennen?

Mecklenburg-Vorpommern: „MV tut gut

Unsere Nachbarn im Osten zielen mit ihrem Motto ganz klar auf eine externe Gruppe: Touristen, Erholungs- und Gesundheitssuchende. Sympathisch im Auftritt und Mut zur Kürze, auch beim Landesnamen. „Meckpomm tut gut“ wäre noch ein Tick mehr dem Volk aufs Maul geschaut gewesen.

Baden-Württemberg: „Wir können alles. Außer Hochdeutsch

Oft verspottet. Aber eines muss man Schwaben und Badenern lassen: Ihren Spruch kennt jeder.

Sachsen-Anhalt: „Wir stehen früher auf

Einen hohen Bekanntheitsgrad kann man dem Spruch Sachsen-Anhalts nicht unterstellen. Das ist auch besser so. Für ein wenig Bekanntheit sorgte jüngst ausgerechnet Baden-Württemberg: „In Sachsen-Anhalt steht man früher auf. Bei uns bleibt dafür niemand sitzen“, hieß es in Anzeigen aus dem Vorzeigeländle im Südwesten.

An Hessen führt kein Weg vorbei

Foto: imago
 

Hessen weist in seinem Motto auf die vielfältigen Verkehrswege und die zentrale Lage hin. Spötter kontern: „Und man ist auch schnell wieder weg.“

Thüringen: „Deutschlands starke Mitte

Wer sich mit der Frage befasst, wo Deutschlands Mitte ist, sei auf den entsprechenden Wikipedia-Eintrag verwiesen. Haupterkenntnis: Mitte ist auch nicht mehr das, was es mal war. Die Mitte Deutschlands liegt, je nach Betrachtungsweise, in Niedersachsen, Hessen oder eben Thüringen. Dort ist die Mitte auf jeden Fall stark. So stark, wie der Norden echt ist.

„Sachsen. Land von Welt“

Wen interessiert in Leipzig, Dresden oder Grimma schon, wo die Mitte ist? Wichtig ist, wo Sachsen ist. Falls den Sachsen ihr Motto mal nicht mehr gefällt, hätten wir folgenden Alternativvorschlag: „Sachsen. In Sachsen weltberühmt.“

„Unser Nordrhein-Westfalen. Zusammen. Stark”

Wer sich dieses Motto ausgedacht hat, weiß: Sich ständig überfreuende Rheinländer und sturköpfige Westfalen, das passt eigentlich nicht zusammen. Doch die Menschen an Rhein, Ruhr und Weser haben sich zusammengerauft. Und so ist das Motto eines von wenigen, dessen Botschaft nicht nach außen, sondern nach innen gerichtet ist. Ein Logo zum Motto erschien von daher wohl überflüssig.

Rheinland-Pfalz. Wir machen's einfach

Noch ein Bindestrich-Land entlang des Rheins. Aber südlich von NRW ist die Botschaft längst nicht so klar, die Doppeldeutigkeit bis hin zur Schlüpfrigkeit wird bewusst in Kauf genommen. Aber es bleibt einfach die Frage: Was wollen die uns in Mainz eigentlich sagen?

Metropole Hamburg. Wachsende Stadt

 

Wir sind wichtig. Das strahlt das Motto Hamburgs aus. „Metropole“ schlägt Brücken bis nach Paris oder London und erhebt gleichzeitig einen Anspruch bis weit nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein hinein. Den einst ausgegebenen Anspruch, auf zwei Millionen Einwohner zu wachsen, hat Hamburg aber erstmal ad acta gelegt. Schließlich gingen der Hansestadt durch den jüngsten Zensus rechnerisch 83.000 ihrer 1,7 Millionen Einwohner verloren.

„Bremen erleben“

Den Anspruch, bedeutende Metropole zu sein, hat Bremen schon lange aufgegeben. Das Motto ist entsprechend hanseatisch schlicht. Aber auch aussagefrei.

„Saarland. Schön, dass du da bist“

Ähnlich ratlos lässt einen das Saarland zurück. Warum man in Saarbrücken ein Kompliment für einen geliebten Menschen zum Landesmotto erhebt, lässt sich nur erraten. Eine Möglichkeit: „Da“ ist „Deutschland“ und die Saarländer beglückwünschten sich 50 Jahre später selbst, dass sie bei der Volksabstimmung 1955 für die Bundesrepublik gestimmt haben.

Brandenburg

„Neue Perspektiven entdecken“, heißt es auf den Autobahnschildern an Brandenburgs Grenzen. Ein offizielles Motto gibt es nicht. Das Logo zeigt einen Adler wie im Landeswappen, nur moderner.

Bayern und Berlin

Foto: imago
Foto: imago

Es gibt Länder, die sind so selbstbewusst, die brauchen gar kein Motto. Der Freistaat Bayern natürlich. Der hat immerhin das inoffizielle Motto „Laptop und Lederhose", einst ausgedacht von Roman Herzog und verbreitet von Edmund Stoiber.  Und natürlich die Mutter aller inoffiziellen Mottos, das viel bekannter ist, als es ein offizielles Motto je sein kann: Klaus Wowereits „Arm, aber sexy“. Das würde ja auch zu Schleswig-Holstein passen.

 

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