zur Navigation springen

A20 im Kreis Steinburg : Das wird teuer: Warum ein Adlerhorst 482.000 Euro kostet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Bau der A20 hält immer wieder neue Überraschungen bereit. Nun wird der Steuerzahler für ein verwaistes Nest zur Kasse gebeten.

shz.de von
erstellt am 03.02.2016 | 06:37 Uhr

Kiel | Teurer Adlerhorst an der Trasse der A 20 im Kreis Steinburg: Die notwendig gewordene Überarbeitung der Planungsunterlagen im Abschnitt Hohenfelde kostet den Steuerzahler mindestens 482.000 Euro. Das geht aus einer Mitteilung von Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) an den zuständigen Ausschuss des Landtags hervor.

Seit Jahren kommt es zu Verzögerungen beim Bau der A20 - oft in Verbindung mit naturschutzrechtlichen Fragen. Nahe Bad Segeberg ist der Lebensraum von Fledermäusen ein Problem für die Autobahnplaner. Gegen den geplanten Elbtunnel bei Kollmar wird unter anderem wegen eines seltenen Fisches, dem Schlammpeitzger, geklagt.

Das verwaiste Nest war im Mai vergangenen Jahres entdeckt worden. Meyer selbst und das Umweltministerium erhielten eigenen Angaben zufolge erst Monate später Kenntnis von dem verlassenen Horst, auf dem im Frühjahr ein Adlerpaar erfolglos gebrütet hatte. Korrekturen der Planunterlagen und Neukartierungen waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Die Unterlagen verloren zum Jahreswechsel ihre Bestandskraft. Zunächst müssen die Vorkommen von Brutvögeln, Fischen, Fledermäusen oder Amphibien neu kartiert und eine aktualisierte Verkehrsprognose erstellt werden.

Christopher Vogt (FDP) nannte die Kostenschätzungen „viel zu optimistisch“. Schmerzhafter sei der erneute Zeitverzug von zwei Jahren bei der Realisierung der A 20. Der Verkehrsminister müsse endlich die seit Jahren angekündigten Vorschläge für ein vereinfachtes Planungsrecht vorlegen.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen