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Vergütungsoffenlegungsgesetz : Das verdienen Landräte und Bürgermeister in SH

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Alle haben sechsstellige Jahresbezüge. Dazu kommen Nebeneinkünfte von bis zu 40.000 Euro. Eine Übersicht.

Sie sind die Spitzenverdiener der kommunalen Verwaltung: Die Jahreseinkünfte von Bürgermeistern und Landräten reichen in Schleswig-Holstein von 99.850 bis 141.000 Euro. Das ergab eine Umfrage des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags.

Die große Spannweite resultiert vor allem aus den Nebeneinkünften. Das Grundgehalt für die Top-Beamten ist festgelegt und an die Einwohnerzahl gebunden. Ein für mehr als 150.000 Bürger zuständiger Kreis-Chef erhielt 2014 brutto rund 103.000 Euro Grundgehalt – bei weniger Einwohnern sind es etwa 94.300 Euro. Die Bürgermeister der kreisfreien Städte kommen je nach Einwohnerzahl auf 103.000 bis 124.000 Euro.

Landrat/Bürgermeister Kreis/Kreisf. Stadt Verdienst*
Ulf Kämpfer (SPD) Kiel

   141.000

Oliver Stolz (parteilos) Pinneberg

   140.440

Rolf-Oliver Schwemer (parteilos)                           Rendsburg-Eckernförde

   135.100

Dieter Harrsen (WGNF)                                              Nordfriesland

   128.750

Bernd Saxe (SPD) Lübeck

   128.680

Olaf Tauras (parteilos) Neumünster

   128.440

Wolfgang Buschmann (parteilos)             Schleswig-Flensburg                        

127.520

Klaus Plöger (SPD)                                          Stormarn

   124.710

Jan Peter Schröder (parteilos)                   Segeberg

   122.560

Stephanie Ladwig (parteilos)                      Plön   

   118.410

Simon Faber (SSW) Flensburg

   117.500

Torsten Wendt (parteilos)                           Steinburg

   105.560

Jörn Klimant (parteilos)                                                Dithmarschen

     99.850

Reinhard Sager (CDU)                                    Ostholstein keine Angaben
Christoph Mager (CDU)                   Herzogtum Lauenburg keine Angaben

*Brutto inklusive Nebeneinkünfte, gerundet in Euro pro Jahr, nach Abführung von Restbeträgen an den Kreis, Quelle: Kreise/Kreisfreie Städte

Spitzenverdiener ist Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer mit einem Gehalt von knapp 141.000 Euro. Allein für den Sitz im Verwaltungsrat der Förde Sparkasse erhält er 900 Euro im Monat. Unter den Landräten ist Oliver Stolz (Kreis Pinneberg) die Nummer eins mit 140.440 Euro. Seine Nebeneinkünfte von fast 40.000 Euro erzielt er unter anderem durch den Vorsitz im Verwaltungsrat der Sparkasse Südholstein. Weitere Nebeneinkünfte stammen aus dem Vorstandsvorsitz der Versorgungsausgleichskasse der Kommunalverbände und der Mitgliedschaft in der Verbandsversammlung des Sparkassen- und Giroverbands. Von Nebentätigkeiten, die direkt mit dem Amt eines Landrats verbunden sind, dürfen die Verwaltungs-Chefs nur 5550 Euro behalten. Überschüssige Einnahmen müssen sie an den Kreis abführen.

Ab dem 1. Januar 2016 gilt in Schleswig-Holstein das neue „Vergütungsoffenlegungsgesetz“. Dann müssen Geschäftsführer und Manager von Unternehmen, an denen das Land beteiligt ist, aber auch von Sparkassen und kommunalen Anstalten wie Energieversorgern ihre Bezüge veröffentlichen. Landräte und Bürgermeister sind häufig in Gremien dieser Betriebe vertreten. Trotzdem: Nicht alle sprechen bereitwillig über ihre Einkünfte. Während Landrat Reinhard Sager (Kreis Ostholstein) seine Einnahmen erst im Herbst veröffentlichen will, beruft sich der Kreis Herzogtum Lauenburg darauf, dass das Gesetz nicht für Kommunen, sondern nur für Unternehmen gelte.

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erstellt am 14.Sep.2015 | 06:20 Uhr

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