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Landtagswahl 2017 : Daniel Günther sieht Nord-CDU vorn und träumt von Schwarz-Gelb

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Schleswig-Holsteins CDU-Chef Günther wähnt seine Partei vor der Landtagswahl im Aufwind.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2016 | 06:59 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins designierter CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther will bei der Landtagswahl am 7. Mai die regierende Koalition aus SPD, Grünen und SSW ablösen. „Eine CDU mit deutlich mehr 34 Prozent hat alle Möglichkeiten, dieses Land zu regieren“, sagte Günther der Deutschen Presse-Agentur. Ein „Jamaika-Bündnis“ aus CDU, FDP und Grünen sei nach der Wahl auf jeden Fall eine Option.

„Aber die jüngste Umfrage zeigt, dass wir im Norden wieder über Zwei-Parteien-Modelle - unabhängig von Großen Koalitionen - reden können.“ Einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap aus dem Dezember zufolge lag die CDU mit 34 Prozent deutlich vor der SPD (26 Prozent). Die Grünen lagen bei 15, die FDP bei neun Prozent. Dahinter rangierten AfD (6), Linke (5) und SSW (3). Die aktuelle Regierung hätte in der Umfrage keine Mehrheit. Die Umfrage mache die Union optimistisch, sagte Günther. „Wir müssen im Wahlkampf nicht darauf schielen, mit wem wollen wir regieren.“ Er fügte hinzu: „Die Koalitionsoptionen haben sich für uns deutlich erweitert.“

Festlegen auf ein Bündnis will sich der 43-Jährige nicht. „Ich strebe keine Koalitionsmodelle an, aber wenn es für eine Koalition mit der FDP reicht, wäre mir das natürlich das Liebste.“ Mit Ausnahme der rechtspopulistischen AfD werde die Union keine andere Option ausschließen. Mehr Gemeinsamkeiten macht er auch mit den Grünen aus: „Die Grünen sind auf jeden Fall Ansprechpartner für uns.“ Günther will keinen Koalitionswahlkampf führen. Eine Große Koalition ist für ihn nur die vierte Option nach Schwarz-Gelb, Schwarz-Grün und „Jamaika“. „Letzten Endes sollte aber auch eine Große Koalition nicht scheitern.“

In seiner Partei macht der Fraktionschef, der erst im November den Bundestagsabgeordneten Ingbert Liebing an der Parteispitze abgelöst hatte, neue Begeisterung aus. „Wir waren schließlich seit 2009 in keiner Umfrage oder Wahl mehr so weit vor der SPD. Wir waren ja immer nur mit denen auf Augenhöhe“, sagte der Politikwissenschaftler. „Nun liegen wir endlich wieder im Bundestrend. Das hat bei uns eine richtige Euphorie ausgelöst.“ Viele Direktkandidaten hätten wieder Hoffnung, ihre Wahlkreise am 7. Mai zu gewinnen.

Anders schätzt Günther die Lage im Regierungslager von SPD, Grünen und SSW ein. „Dort herrscht eine spürbare Verunsicherung bei der SPD“, sagte er. Die Sozialdemokraten machten deshalb Nebenkriegsschauplätze auf. Dazu gehöre der Plan von SPD-Landeschef Ralf Stegner, „mich in meinem Wahlkreis anzugreifen. Nach dem Motto: Den Günther können wir als Ministerpräsidenten nicht verhindern, aber zumindest können wir seinen Wahlkreis gewinnen“. Das offenbare eine „Riesennervosität“ bei den Sozialdemokraten. „Das spürt man bei jedem Gespräch.“

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