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Landtagswahl in SH 2017 : CDU-Schattenministerin Prien fordert mehr Geld für Bildung in SH

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Bei der Bildungspolitik in SH liegt laut der CDU-Wunschministerin einiges im Argen. Prien verlangt auch Konsequenzen aus dem Türkei-Referendum.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2017 | 16:23 Uhr

Kiel | Mehr Geld für Bildung, flächendeckendes Aus für das Turbo-Abi und Rückkehr zur getrennten Ausbildung von Gymnasial- und Gemeinschaftsschullehrern - CDU-Schattenministerin Karin Prien hat knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl im Norden politische Kernpositionen umrissen. Für die CDU habe Bildung absolute Priorität, sagte Prien am Montag in Kiel. „Wir werden nicht alle Wünsche erfüllen können“, räumte die Bildungspolitikerin aus Hamburg ein.

Das Schulsystem im Land befindet sich nach Ansicht Priens zum Teil in einem desolaten Zustand. 27 Jahre Bildungspolitik unter SPD-Verantwortung hätten ihre Spuren hinterlassen. Es werde deutlich mehr Geld benötigt, sagte Prien. Genauere Angaben, etwa über mehr Lehrerstellen, machte sie dazu nicht. Erst wolle die CDU analysieren, welche Verbesserungen innerhalb des Systems möglich sind, erst danach werde sie ans Geldausgeben gehen.

Mit dem Abbau von Bürokratie will Prien Lehrer entlasten. Die CDU wolle auch mehr Sonderpädagogen ausbilden und behinderte Schüler auch in Förderzentren unterrichten. Die Inklusion, also das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Schülern, sei im Land in fast verantwortungsloser Weise umgesetzt worden.

Bis Ende der nächsten Wahlperiode wolle die CDU die Eingangsbesoldung der Lehrer an Grundschulen an das Niveau an den weiterführenden Schulen anpassen, also auf A13 anheben. Aus Priens Sicht muss auch Sitzenbleiben als pädagogische Maßnahme einen Platz im Schulsystem haben. Die CDU wolle bis 2022 auch Schluss mit Unterrichtsausfall machen. Die Landesregierung verschleiere dieses Problem und schaffe hier eine „fast alternative Wahrheit“. Auch andere Probleme wie Rauschgiftdelikte, Mobbing und Gewalt an Schulen blende die Regierung aus. Die CDU wolle auch analysieren, weshalb viele Lehrer oft krank seien, nur in Teilzeit arbeiteten und früh in Pension gingen.

Prien forderte, den Unterricht durch türkische Konsulatslehrer voll transparent zu machen und Einfluss auf die Lerninhalte zu nehmen, wie dies in Bayern praktiziert werde. Sollte dies nicht möglich sein, müsse diese Form des Unterrichts abgeschafft werden. „Wir wollen wissen, was da unterrichtet wird“, sagte Prien vor dem Hintergrund der Zustimmung vieler Deutschtürken zur Schaffung eines Präsidialsystems in der Türkei.

G8 in Hamburg, G9 in Schleswig-Holstein

Mit ihrem Einzug in das Schattenkabinett der schleswig-holsteinischen CDU hat die Hamburger Bildungsexpertin Karin Prien auch einen inhaltlichen Positionswechsel vollzogen. „Wir wollen flächendeckend G9 einführen“, sagte Prien. In Hamburg hatte sie sich für das Abitur nach acht Jahren (G8) am Gymnasium eingesetzt. Nun folgt sie dem von CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther in Kiel vorgegebenen Kurs weg vom Turbo-Abi.

In Hamburg habe das Thema G8 2013 zur Debatte gestanden, genau drei Jahre nach Einführung des Zwei-Säulen-Modells und drei Jahre nach Abschluss eines schriftlich fixierten Schulfriedens zwischen allen Bürgerschaftsfraktionen, sagte Prien am Montag. Dies beinhaltete das Abitur an den Stadtteilschulen nach neun Jahren und nach acht am Gymnasium. „Und da haben wir uns als CDU committed (verpflichtet)“, sagte Prien. „Dieses Versprechen, das auf zehn Jahre gegeben wurde, konnte man nicht nach drei Jahren brechen.“ Sie sei sich mit ihren Landesvorstandskollegen in Hamburg darin einig, die Frage G8 und G9 zum Ende des Schulfriedens 2020 neu zu diskutieren. Im Übrigen hätten in Hamburg alle Stadtteilschulen eine Oberstufe, so dass es dort flächendeckend G9 gebe. „Und das ist in Schleswig-Holstein ja definitiv eine andere Situation.“

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