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Dauerbaustelle A7 : CDU: Lkw sollen auch sonntags fahren

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine Idee gegen Staus auf der Dauerbaustelle A7 sorgt für Diskussion: Sollen Lkw auch am Sonntag fahren dürfen, um die Autobahn an den Werktagen zu entlasten?

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2014 | 19:50 Uhr

Die Landesregierung soll prüfen, ob eine Lockerung des Sonntagsfahrverbots für Lkw Staus während der bevorstehenden Dauerbaustelle auf der A7 reduzieren kann. Diesen Antrag will der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Hans-Jörn Arp, in die nächste Landtagssitzung Mitte Juni einbringen.

„Die bisherigen Maßnahmen von Verkehrsminister Reinhard Meyer reichen bei weitem nicht aus“, wirft Arp dem Ressortchef aus der SPD vor. „Unsere überfüllten Straßen brauchen dringend Entlastung. Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot können dafür eine Möglichkeit sein“, meint der CDU-Abgeordnete. Arp pocht auf ein gemeinsames Vorgehen Schleswig-Holsteins, Hamburgs und Niedersachsens. „Gerade Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot sind länderübergreifend am wirkungsvollsten. Hier macht Meyer nichts“, kritisiert Arp. Für Schleswig-Holstein selbst bringt er eine Einschränkung des Sonntagsfahrverbots im ganzen Straßennetz ins Spiel.

Der vierjährige Ausbau der A7 zwischen dem Bordesholmer Dreieck und der Grenze zu Hamburg auf sechs Spuren beginnt im Herbst.

Meyer erklärt, die CDU stelle keineswegs als erste das Sonntagsfahrverbot zur Debatte. Bereits der A7-Baustellenkoordinator Schleswig-Holsteins und Hamburgs, Gerhard Fuchs, habe diese Idee geäußert. Grundsätzlich zeigt sich Meyer dafür offen, allerdings seien noch mehrere Fragen zu klären. Im ersten Schritt müsse die Logistik-Branche genau definieren, welche Lockerung der Regeln ihr helfen würde. „Erst in einem zweiten Schritt müssen dann die Länder miteinander reden“, so Meyer. Arp hingegen sieht die Regierung in der Pflicht, von sich aus die Erfordernisse des Lkw-Verkehrs in ihre Prüfung einzubeziehen, insbesondere das Zusammenspiel zwischen Straße, Schiene und dem Hamburger Hafen.

Der Geschäftsführer des Logistik-Verbands, Thomas Rackow, wünscht sich eine Öffnung der Autobahn ab 18 Uhr. „Sonst ist den Lieferverpflichtungen während der Baustellenphase kaum noch nachzukommen“, fürchtet er. Bisher dürfen Lkw über 7,5 Tonnen erst ab 22 Uhr fahren.

„In den Stunden davor reisen noch viele unserer Kurzurlauber und Tagesgäste ab“, betont die Geschäftsführerin des Tourismusverbands, Catrin Homp. Deshalb sieht sie es „von der Tendenz her kritisch“, den Transportverkehr vorzuziehen. ADAC-Landesvorsitzender Ulrich Klaus Becker warnt ebenfalls davor, Touristen und auch Pendler durch ein zu starkes Aufweichen des Fahrverbots zu belasten. Wenn überhaupt kann er sich eine Lockerung ab 20 Uhr vorstellen – plädiert jedoch dafür, „die Verkehrsentwicklung nach Einrichtung der Baustelle abzuwarten und sich verschiedene Möglichkeiten der Reaktion offen zu halten.“

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