zur Navigation springen

Reimer Böge : CDU-Landeschef will Ende 2014 erneut kandidieren

vom

Landeschef Böge will über 2014 hinaus an der Spitze der Nord-CDU stehen. Ganz ohne „rhetorische Ausbrüche“ à la Stegner oder Kubicki.

shz.de von
erstellt am 23.Dez.2013 | 07:38 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins CDU-Landesvorsitzender Reimer Böge will im November kommenden Jahres erneut zur Wahl als Parteichef im Norden antreten. „Mir macht das richtig Spaß“, sagte der 62-Jährige. Auch eine eigene Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2017 schließt der Europaabgeordnete nicht aus: „Alles andere hat dann seine Zeit.“ 

Böge hatte Anfang 2013 die Nachfolge des zurückgetretenen Jost de Jager angetreten. „Ich habe mich ja nicht nach dieser Funktion gedrängt. Es war nicht Teil meiner Lebensplanung“, sagte Böge. Hätte es Anfang 2013 andere Kandidaten mit der notwendigen Zustimmung gegeben, hätte er diese unterstützt. Nach seiner Wahl habe er aber ein Arbeitsfeld vorgefunden, dass ihm gefalle.

Seine Aufgabe sei es, „die CDU Schleswig-Holsteins schlagkräftiger zu machen und inhaltlich neu aufzustellen, so dass wir eine echte Chance haben, die Landtagswahl zu gewinnen“. Die Union sei auf einem guten Weg und den „bricht man nicht automatisch ab“. Sollte er 2016 noch Landeschef sein, werde er bei der Findung des Spitzenkandidaten ein wichtiges Wort mitreden.

„Aber wer es dann wirklich macht, ist für mich zweitrangig. Ich muss niemandem beweisen, dass ich das gegebenenfalls könnte“, sagte Böge. Es gebe in der Union mehrere, die gut seien und für eine Spitzenkandidatur infrage kämen. Namen wollte er allerdings nicht nennen. „Da will ich niemanden hervorheben, denn nur als Team werden wir es schaffen können.“ 

Ausdrücklich lobte Böge den nicht unumstrittenen Landtagsfraktionschef Johannes Callsen. „Natürlich haben Johannes Callsen und auch ich nicht diese rhetorischen Ausbrüche wie SPD-Fraktionschef Ralf Stegner oder FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki“, sagte Böge. Am Ende hätte aber die Union bei den Wahlen in diesem Jahr die entsprechenden Ergebnisse geliefert. „Wo ist also das Problem?“ 

Dem neuen Landesvorstand sei es in den vergangenen Monaten gelungen, ein vertrauensvolles Miteinander zwischen Landesvorstand, Landtagsfraktion und Bundestagsgruppe herzustellen, sagte Böge. „Das war wahrlich nicht immer so.“ 

Von der großen Koalition werde auch die CDU im Norden profitieren, sagte Böge. Der Landes-SPD werde es viel schwerer fallen, sich mit bestimmten Entwicklungen auf Bundesebene zu arrangieren. Als Beispiele nannte er die geplante Wiedereinführung der anlasslosen Vorratsdatenspeicherung, die der Kieler Koalitionsvertrag ausdrücklich ablehnt.

Mit Spannung blickt Böge auf die schwarz-grüne Koalition in Hessen. „Mit den Grünen im Norden gibt es weiter den ein oder anderen Konfliktpunkt“, sagte er. Sein eigener Landesverband sei aber mitnichten verhältnismäßig konservativ. „Die Zeit in der Opposition bietet aber die Gelegenheit, darüber nachzudenken, wo die CDU ergänzende oder neue Antworten finden muss.“ 

Für die Union bleibe die FDP dennoch weiter erster Ansprechpartner im Norden, sagte Böge. Gleichzeitig müsse sich die Partei „aber Optionen offenhalten für andere Konstellationen, wenn die Wahlergebnisse es erfordern“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen