Günther gegen Spoorendonk : CDU fordert Fragestunde zur Geiselnahme von Lübeck

Die Landesregierung muss nächste Woche Auskunft geben. CDU-Fraktionschef Daniel Günther sieht zahlreiche Widersprüche.

shz.de von
13. Januar 2015, 18:57 Uhr

Kiel | Die CDU im Kieler Landtag will in einer Fragestunde nähere Erkenntnisse über die vereitelte Geiselnahme von Heiligabend im Lübecker Gefängnis erlangen. Die Landesregierung soll dazu in der nächsten Woche im Parlament Auskunft geben, teilte die Fraktion am Dienstag mit. „Die täglich größer werdenden Widersprüche müssen endlich aufgeklärt werden“, sagte Fraktionschef Daniel Günther. Dies betreffe die Abläufe in Lübeck und im Ministerium.

In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lübeck hatten vier Insassen an Heiligabend einen Wächter mit einem Messer bedroht und überwältigt. Nach einer Viertelstunde befreiten andere JVA-Mitarbeiter ihren Kollegen und vereitelten den Fluchtversuch der Gefangenen.

Anfangs habe Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) behauptet, es habe sich um eine spontane Tat gehandelt, die binnen weniger Minuten vom Personal bewältigt werden konnte, sagte Günther. „Nun kommt Stück für Stück ans Licht, dass es deutliche Hinweise für eine geplante Tat gab.“ Dennoch seien die Strafverfolgungsbehörden nicht sofort informiert worden, um Beweismittel zu sichern.

Spoorendonk hat Fehler in der Kommunikation eingeräumt. Die Ministerin erklärte am Dienstagabend, sie könne es „sehr gut nachvollziehen, dass es großes Interesse an der Aufklärung der offenen Fragen gibt. Daran habe ich selbst das größte Interesse.“ Die Aufklärung müsse aber sorgfältig und vollständig geschehen. Ihr Ministerium und die JVA Lübeck würden die Vorwürfe prüfen.

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