Nach Geiselnahme : CDU-Abgeordneter erstattet Anzeige gegen Lübecker JVA-Leiterin

Agnete Mauruschat leitet die JVA Lübeck.
Agnete Mauruschat leitet die JVA Lübeck.

Nach der Geiselnahme sollte keine Polizei gerufen werden. Diese Anweisung wird JVA-Leiterin Agnete Mauruschat nun womöglich zum Verhängnis. Der CDU-Abgeordnete Dornquast hat Strafanzeige gestellt.

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23. Januar 2015, 14:59 Uhr

Kiel/Lübeck | Der Landtagsabgeordnete Volker Dornquast (CDU) hat Strafanzeige gegen die Leiterin der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lübeck, Agnete Mauruschat, erstattet. Er wirft ihr Strafvereitelung im Amt im Zusammenhang mit der Geiselnahme in der JVA am Heiligabend 2014 vor. Mit ihrer Anweisung, nach Beendigung der Geiselnahme keine Polizei zu rufen, habe sie eine vollständige Spurensicherung und Beweisaufnahme unmöglich gemacht, sagte Dornquast zur Begründung. Das müsse ihr als Juristin bewusst gewesen sein, sagte er weiter.

In der Justizvollzugsanstalt Lübeck hatten vier Insassen an Heiligabend einen Beamten mit einem Messer bedroht und überwältigt. Nach einer Viertelstunde befreiten andere JVA-Mitarbeiter ihren Kollegen und vereitelten den Fluchtversuch der Gefangenen.

Bei der Staatsanwaltschaft Lübeck war die Anzeige nach Angaben ihres Sprechers Günter Möller am Freitag noch nicht eingegangen. Die Behörde prüfe jedoch bereits seit einigen Tagen das Geschehen rund um die Geiselnahme im Hinblick auf mögliche Straftaten, sagte er. Mauruschat war am Freitag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

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