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Rostfleck an einem Fass : Bundesweites Atommüllregister: SH und Niedersachsen fordern mehr Kontrolle

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Gorleben machte bislang Schlagzeilen mit hoch radioaktivem Müll. Doch es gibt dort noch ein zweites Lager – und einen Rostfleck.

Gorleben/Kiel | Nach der Entdeckung eines Rostflecks an einem Fass mit schwach radioaktivem Atommüll in Gorleben fordert Niedersachsen eine bessere Behälterkontrolle. Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) schlägt zudem die Schaffung eines Atommüllregisters vor. Schleswig-Holstein unterstützt die Idee. Die Betreiber sollten nach dem Verursacherprinzip die Kosten dafür übernehmen, sagte Wenzel am Montag in Hannover. Ziel sei eine lückenlose Kontrolle darüber, was wann wo unter welchen Bedingungen eingelagert wurde.

Mit dem Aus für Atomkraftwerke in Deutschland ist die von ihnen ausgehende Gefahr nicht gebannt. Der radioaktive Müll lagert unter der Erde – und wird nicht all zu genau kontrolliert.

Nach den Terror-Attacken in Brüssel habe es mit Blick auf mögliche Anschläge weitere Auflagen gegeben. „Wir haben die Betreiber zu erhöhter Wachsamkeit aufgefordert und zusätzliche Anstrengungen verlangt“, sagte Wenzel, Details wollte er aber nicht nennen.

Wegen kleiner Lackschäden und Korrosionsstellen im Bodenbereich von zwei Atommüllfässern lässt das niedersächsische Umweltministerium derzeit insgesamt 70 Fässer aus Gorleben von Experten untersuchen. Radioaktivität trat nicht aus.

Korrosionsfälle an solchen Fässern seien inakzeptabel, sagte Wenzel. „Wir sehen die Notwendigkeit, die Lagerbedingungen deutlich zu verbessern“, betonte er. Bisher sind im Lager wegen der Stapeltechnik nur die ersten Reihen der Fässer einsehbar - Wenzel möchte erreichen, dass Sichtkontrollen bei allen Fässern möglich sind.

Das Abfalllager Gorleben, wo die schadhaften Fässer standen, ist auf dem Gelände des Zwischenlagers in einer gesonderten Halle untergebracht. Castoren mit hoch radioaktiven Abfällen befinden sich in einer anderen Halle. Die beiden betroffenen Fässer waren nach den Angaben Ende der 1970er Jahre mit schwach radioaktiven Mischabfällen befüllt worden, seit Anfang der 1990er Jahre sind sie in Gorleben eingelagert. Das Land Niedersachsen hat seit April 2014 die Verantwortung für diese Anlage.

Der Betreiber des Abfalllagers, die Gesellschaft für Nuklear-Service, sei aufgefordert worden, die optischen Kontrollen und die klimatischen Bedingungen für die eingelagerten Atommüllbehälter zu verbessern, betonte Wenzel.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg begrüßte den Schritt Wenzels. Als Konsequenz aus dem Fund verlangte sie einen vollständigen Stopp aller Atommülltransporte nach Gorleben, wie Sprecher Wolfgang Ehmke sagte. Die BI habe schon lange gefordert, dass man mehr als die ersten Reihen der Fässer müsse einsehen können. Außerdem sei es nötig, die Ursachen zu klären.

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erstellt am 04.Apr.2016 | 18:11 Uhr

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