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Nach Wende-Rücktritt : Britta Ernst ist die neue Bildungsministerin

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jetzt ist es sicher: Auf Waltraud Wende folgt Britta Ernst. Das gab Ministerpräsident Torsten Albig in Kiel bekannt. Ein Porträt.

Kiel | Regierungschef Torsten Albig hat seine neue Bildungsministerin vorgestellt. Wie gestern bereits spekuliert wurde, übernimmt Britta Ernst den Posten. Albig überreichte ihr am Dienstag die Ernennungsurkunde. Unmittelbar vor ihrer ersten Kabinettssitzung stellte sich Ernst mit dem Regierungschef Fernsehkameras und Fotografen. Die frühere Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete will am Nachmittag gemeinsam mit Albig vor die Presse treten.

Die Regierungskoalitionen von SPD, Grünen und SSW haben nach dem Rücktritt Wendes unterstrichen, an der bisherigen Bildungspolitik festhalten zu wollen. Es gehe dabei vor allem um mehr Chancen- und Bildungsgerechtigkeit für Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten. Die oppositionelle CDU sieht nach dem Rücktritt Wendes zahlreiche ungeklärte Fragen wie zum Beispiel die Besoldung der in Zukunft ausgebildeten Lehrer, die Reform der Lehrkräfteausbildung und die Ausgestaltung der Inklusion in den Schulen, wie also behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam lernen. Wende hatte hierzu erst kürzlich ihr Konzept vorgestellt.

Die 53-jährige frühere Bürgerschaftsabgeordnete und Ehefrau des Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholz war zuletzt Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion. In Hamburgs Stadtparlament hatte sich Ernst als bildungspolitische Sprecherin einen Namen gemacht. Und so war es in der Hansestadt kein Geheimnis, dass die heutige „First Lady“ in der Elbmetropole unter jedem anderen SPD-Bürgermeister wohl Bildungssenatorin geworden wäre.

2008 hatte der SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann die diplomierte Volkswirtin und Sozialökonomin in seinen Schattensenat berufen. Das Rennen machte die CDU mit Ole von Beust. Im Jahr darauf holte Schleswig-Holsteins SPD-Chef und Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Ralf Stegner, Ernst in sein Schattenkabinett. Doch Stegner verlor die Wahl, Ernst ging ein weiteres Mal leer aus.

Die Neue im Bildungsministerium galt in Hamburg als Schulexpertin mit klaren Positionen, die sie sachlich vertritt. Showeffekte sind ihre Sache nicht. Die Einheitsschule lehnt sie ab. In der Bundestagsfraktion leitete Ernst die Geschäftsführung. Was sich dröge anhört, ist ein Betrieb mit rund 180 Mitarbeitern. Damit gehörte Ernst faktisch mit zum Kreis der Fraktionsführung und sitzt so einem der Zentren des Berliner Politikbetriebs.

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erstellt am 15.Sep.2014 | 20:01 Uhr

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