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Radikalisierte Islamisten : Breitner warnt vor Salafisten in SH

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Leben in Schleswig-Holstein gewaltbereite, fanatisierte Islamisten? Möglich, sagt Andreas Breitner. Der Innenminister nimmt die Gefahr vor der salafistischen Szene im Land sehr ernst – und spricht von militärisch geschulten, kampferprobten Rückkehrern aus Syrien.

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2013 | 14:45 Uhr

Kiel | Aus Schleswig-Holstein sind nach Informationen des Verfassungsschutzes in diesem Jahr bisher 13 Islamisten nach Syrien gegangen, um dort vermutlich am Bürgerkrieg teilzunehmen. Sechs von ihnen kehrten demnach inzwischen zurück. Innenminister Andreas Breitner (SPD) sprach am Mittwoch von einer zunehmenden Radikalisierung in der salafistischen Szene im Land. „Die Gefahr für die öffentliche Sicherheit durch fanatisierte Islamisten ist real und muss sehr ernst genommen werden“, sagte Breitner. Das gelte vor allem für militärisch geschulte, kampferprobte Rückkehrer aus Syrien.

„Im schlimmsten Fall müssen wir davon ausgehen, dass diese Personen mit dem Auftrag nach Deutschland zurückgekehrt sind, dschihadistisch motivierte Straftaten zu begehen oder zu unterstützen“, sagte Breitner. Sie würden daher besonders intensiv beobachtet. Nach Angaben Breitners gibt es Erkenntnisse, wonach mindestens zwei aus Schleswig-Holstein ausgereiste Islamisten bei Kämpfen in Syrien getötet wurden. „Diese Todesfälle werden in der islamistischen Szene genutzt, die Getöteten als Märtyrer zu glorifizieren.“ In der Folge würden weitere Menschen radikalisiert und zu einer Ausreise nach Syrien zusätzlich motiviert. Videos von Dschihadisten mit Aufrufen zur Teilnahme am religiös motivierten bewaffneten Kampf verstärkten diese Radikalisierungstendenzen.

Nach Syrien ausgereiste Islamisten seien aus sehr unterschiedlichen Gründen nach Deutschland zurückgekehrt, sagte Breitner. Bundesweit gehen die Sicherheitsbehörden von rund 240 Islamisten aus, die in der Absicht ausreisten, sich im syrischen Bürgerkriegsgebiet an Kämpfen zu beteiligen oder in anderer Weise den Widerstand gegen das Assad-Regime zu unterstützen.

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