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Aktionstag der Muslime : Breitner und Schlie warnen vor Ausgrenzung und Hass

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Gegen Rassismus und Gewalt setzen sich an einem Aktionstag Muslime in ganz Deutschland zur Wehr. In Mölln war Innenminister Breitner dabei, in Kiel Landtagspräsident Schlie. Auch sie warnten vor Extremismus.

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erstellt am 19.Sep.2014 | 17:00 Uhr

Mölln/Kiel | Vor Hass, Gewalt und Ausgrenzung haben führende schleswig-holsteinische Landespolitiker am Freitag gewarnt. Am bundesweiten Aktionstag der islamischen Verbände in Deutschland besuchten Innenminister Andreas Breitner (SPD) und Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) am Nachmittag Moscheen in Mölln und Kiel. Rassismus sei ein aktuelles Phänomen, auch in Deutschland und hier in Schleswig-Holstein, sagte Breitner. Die kürzliche Schändung der Möllner Moschee habe dies deutlich vor Augen geführt.

In Mölln, 1992 Ort eines ausländerfeindlichen Brandanschlags mit drei Toten und neun Verletzten, war in diesem Jahr die islamische Gemeinde Opfer von Feindseligkeiten. An der Moschee klebte ein Schreiben mit der Aufforderung, die Gemeindemitglieder sollten verschwinden. Es gab eine Stinkbeutel-Attacke, Unbekannte ließen einen Hund im Eingangsflur der Moschee urinieren.

Die Gesellschaft dürfe nicht darauf vertrauen, dass sich das Thema Rassismus von selbst erledigt, sagte der Innenminister. „Wir müssen aktiv werden, gemeinsam handeln und gemeinsam Verantwortung tragen für unser Land.“ Die Unterstützung der Aktion „Muslime stehen auf gegen Hass und Unrecht“ gehöre dazu. „Deshalb bin ich hier“, sagte Breitner. An der Veranstaltung in Mölln nahmen etwa 50 Menschen teil. Landtagspräsident Schlie warnte davor, Muslime oder Angehörige anderer Religionen als Teile einer Parallelgesellschaft, Radikale oder gar Gewaltbereite zu verunglimpfen. „Diese pauschalen Werturteile sind unsinnig, tun den Menschen weh und treffen eine friedfertige Mehrheit zu Unrecht.“

Mit ihrem Aktionstag setzten die islamischen Verbände in Deutschland am Freitag unter Einbeziehung von 2000 Moscheen ein Zeichen gegen Extremismus und Gewalt. In dem Aufruf hieß es: „Leider haben wir in den letzten Monaten Angriffe auf fünf Moscheen und eine Synagoge erlebt. Allein seit 2012 gab es mehr als 80 Übergriffe auf Moscheen.“ Gotteshäuser seien Orte des Friedens und gehörten besonders beschützt und verdienten einen besonderen Respekt. „Wir rufen alle dazu auf, die Stimme gegen Rassismus zu erheben, gemeinsam einzustehen für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung und dem Extremismus jeglicher Couleur eine Absage zu erteilen.“ 

Auslöser für den Aktionstag waren auch die Verbrechen islamistischer Terrorgruppen im Irak und in Syrien. Veranstalter waren die im Koordinationsrat der Muslime organisierten Religionsgemeinschaften und ihre angeschlossenen Landes- und Regionalverbände. Im Koordinierungsrat vertreten sind die Türkisch-Islamische Union DITIB, der Islamrat, der Verband der Islamischen Kulturzentren und der Zentralrat der Muslime in Deutschland.

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