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Kein neues Schulfach : Bildungsministerin möchte Klarheit über türkischen Konsulats-Unterricht

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Bislang werden Unterrichtsinhalte des Konsulat-Unterrichts nicht mit dem Ministerium abgestimmt. Das soll sich ändern.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 15:36 Uhr

Kiel | Aus einer kleinen Anfrage der AfD geht hervor, dass die Lehrpläne des türkischen Konsulat-Unterrichtes nicht mit dem Bildungsministerium in Schleswig-Holstein abgestimmt werden. Darüber berichtete shz.de bereits im März 2017. Wegen der kritischen Lage in der Türkei und den Machenschaften von Präsident Erdoğan sieht die Jamaika-Regierung nun die Notwendigkeit, sich über die Unterrichtsinhalte aufklären zu lassen.

Anfang November ist ein Treffen der Bildungsministerin Karin Prien (CDU) mit dem Generalkonsulat der Türkei in Hamburg angesetzt, bei dem sich Prien über die Inhalte der Lehrpläne für den Konsulatsunterricht informieren lassen will. Konsulats-Unterricht ist ein außerschulisches Angebot, das zum Teil in den Räumlichkeiten der Schulen stattfindet. Die Lehrkräfte werden von den jeweiligen Konsulaten gestellt und bezahlt. „Der türkische Konsulats-Unterricht ist nicht mit türkischem Sprachunterricht zu verwechseln“, betonte Thomas Schunck, Pressesprecher des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, nachdem andere Medien über kommenden Türkisch-Unterricht in deutschen Schulen berichteten.

Der Konsulats-Unterricht ist Unterricht, der in einer anderen Sprache abgehalten wird - kein Sprachunterricht. Die Idee dahinter kommt aus der Zeit, in der viele Gastarbeiter nach Deutschland gekommen sind. Er sollte ihnen und ihren Familien ermöglichen, in ihrer Sprache unterrichtet zu werden. Dieser Unterricht wird von den Konsulaten noch immer angeboten.

In einer kleinen Anfrage, die von Jörg Nobis (AfD) gestellt wurde, erklärt die Landesregierung, dass die Unterrichtsinhalte, die von den Konsulats-Lehrkräften vermittelt werden, nicht mit dem Ministerium abgestimmt werden und das Ministerium auch keine Kenntnis über diese hat. Außerdem wird in der kleinen Anfrage erklärt, dass die Schüler und Schülerinnen, die den Konsulatsunterricht besuchen, weder vom regulären Schulunterricht freigestellt werden, noch ist der Besuch des Konsulatsunterrichts verpflichtend.

Der neue Koalitionsvertrag sieht vor, dass als Alternative zum Konsulatsunterricht an Schwerpunktschulen entsprechende staatliche Angebote geschaffen werden.

Das Thema Türkisch-Unterricht an deutschen Schulen ist ein ganz anderes Thema, sagte Schunck. Zur Zeit gebe es nur an einem schleswig-holsteinischen Gymnasium türkischen Sprachunterricht. Am Hans-Geiger-Gymnasium Kiel können Schülerinnen und Schüler sich im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts für Türkisch entscheiden. „Das Sprachangebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler mit Vorkenntnissen und ohne Vorkenntnisse“, heißt es weiter. Der benotete Unterricht wird lediglich in den Jahrgangsstufen 8 und 9 erteilt. Bei den Lehrkräften handelt es sich um ausgebildete Lehrkräfte mit Türkisch als Muttersprache.

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