Notendurchschnitt von 3,9 : Bernd Buchholz: Interesse an Mathe schon in der Kita fördern

Die Abschlussnoten in Mathe sind schlecht. Liegt das am Unterricht?
Die Abschlussnoten in Mathe sind schlecht. Liegt das am Unterricht?

Wirtschaftsminister Buchholz will schlechten Mathenoten entgegensteuern.

shz.de von
11. Juni 2018, 11:57 Uhr

Kiel | Das landesweit auf einen Notendurchschnitt von 3,9 abgesackte Leistungsniveau bei den diesjährigen Abschlussprüfungen in Mathematik ist aus Sicht von Wirtschafts- und Arbeitsminister Bernd Buchholz besorgniserregend. „Wenn wir unseren Fachkräftemangel in nahezu allen Bereichen der Wirtschaft wirklich in den Griff bekommen wollen, dann müssen wir hier dringend besser werden“, sagte der FDP-Politiker. „Vor allem muss es allen Verantwortlichen besser gelingen, Mathematik unterhaltsamer und damit attraktiver zu machen.“ Es könne auch nicht sein, dass schon teilweise in der Grundschule fachfremde Aushilfslehrer eingesetzt würden, um den Matheunterricht überhaupt aufrechtzuerhalten.

Forderungen der SPD im Landtag, die Zensuren nach der Abschluss-Schlappe schlichtweg um eine halbe Note heraufzusetzen, erteilte Buchholz eine klare Absage. „Das wäre ja so, als würden unsere Straßenbauer Schotterwege einfach schwarz anstreichen statt sie zu asphaltieren.“ Ein Mindestmaß an mathematischem Handwerkszeug sei für den größten Teil der Ausbildungsberufe die wichtigste Eintrittskarte, sagte Buchholz. „Das gilt auch für viele Jobs, bei denen man einen Zusammenhang zur Mathematik auf den ersten Blick vielleicht nicht ausmachen würde, etwa bei vielen handwerklichen Berufen.“

MINT-Fächer in der Kita fördern

Er sei sich mit Bildungsministerin Karin Prien (CDU) einig, dass der Unterricht sowohl in Mathematik als auch in den Naturwissenschaften insgesamt gestärkt und das Anspruchsniveau der Prüfungen wieder erhöht werden müssten. Aus Sicht der Wirtschaft müsse die Zahl geeigneter Bewerber für Ausbildungsplätze steigen. „Und wir brauchen jeden Einzelnen, um das Land zukunftssicher zu machen.“ Schulen müssten dringend in die Lage versetzt werden, die mathematischen Fähigkeiten der Schüler angemessen zu unterstützen, aber auch Leistung zu fordern.

Nach den Worten des Ministers werden motivierende Konzepte mit Berufs- und Praxisbezug benötigt. „Aber auch die Idee, das Interesse für die sogenannten MINT-Fächer, also Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und Technik, bereits in Kita und Grundschule zu fördern, ist genau der richtige Weg.“ Zu Zweifeln unter Schülern am Sinn guter Mathe-Kenntnisse sagte Buchholz: „Allein der Umgang mit dem eigenen Geld sollte deutlich machen, dass man mit Mathe besser durchs Leben kommt“.

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