Nach Angriffen auf Schafherde : Bauernverband: Wölfe passen nicht nach SH

Wolf auf Wanderschaft: Für die ausdauernden Tiere sind auch Barrieren wie der Nord-Ostsee-Kanal kein Hindernis.
Die Wolfspopulation soll am Freitag im Landtag debattiert werden.

Es gibt nur wenige Wölfe in SH, aber ihre Population wächst. Ein Exemplar griff im April eine Schafherde in Rodenbek an.

shz.de von
18. Mai 2015, 15:35 Uhr

Rendsburg | Nach Angriffen auf eine Schafherde in Rodenbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) hat der Bauernverband eine Wiederansiedlung der Wölfe in Schleswig-Holstein in Frage gestellt. Es würden große Zweifel bestehen, ob Schleswig-Holstein überhaupt ein geeigneter Lebensraum für Wölfe sei, teilte der Bauernverband am Montag mit.

In Folge des Angriffs Mitte April waren insgesamt 20 Schafe und 32 Lämmer gestorben. Ein Teil wurde direkt beim Angriff getötet, andere mussten wegen ihrer schweren Verletzungen eingeschläfert werden, weitere starben in den Folgetagen. Bei Mölln hatte im Februar ein Wolf Schafe gerissen, der sich nur schwer vertreiben ließ. Noch treten Wölfe im Norden nur vereinzelt auf, doch ihre Population wächst. Seit Monaten gibt es darüber Streit, ob der Wolf nach SH passt.

Aufgrund des geringen Waldanteils, weiträumiger Weidehaltung und des engmaschigen Verkehrs- und Wegenetzes sei das Bundesland für die Raubtiere nicht geeignet, hieß es. Außerdem müsse vor einer Wiederansiedlung des Wolfes eine Vereinbarkeit mit Tourismus oder der Deichsicherung geprüft werden, betont der Bauernverband.

Laut Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ist der Wolf in Schleswig-Holstein willkommen. Die Wolfspopulation soll am Freitag im Landtag debattiert werden.

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