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Kommentar zur LKA-Ermittlungen : Bandenkriminalität in SH: Mehr Mut zur Offenheit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Reizthema Kriminalität und Flüchtlinge: Regierung und Polizei würde mehr Offenheit gut tun, meint Holger Loose.

Es bleibt das große Reizthema: Hat sich durch den Flüchtlingsstrom die Gefahrenlage in Schleswig-Holstein wirklich verändert? Und wenn ja, warum sagt das niemand? Antworten auf diese Fragen sind schwer zu finden. Banden, die im Norden auf Raubzug gehen, hat es jedenfalls schon in den vergangenen Jahren gegeben. Auch diese setzten sich oft aus Menschen zusammen, die das Recht auf Asyl missbrauchten und mit großer krimineller Energie Angst und Schrecken verbreiteten. Daran nun festzumachen, dass mit den Flüchtlingen auch eine neue Gefahr ins Land eingezogen ist, ist schlicht falsch.

Es ist aber genauso falsch zu sagen, dass sich im Bereich Kriminalität nichts Wesentliches verändert hat. Wenn beispielsweise Asylbewerber aus Albanien mehrfach bei Wohnungseinbrüchen oder ähnlichen Straftaten auffällig geworden sind, dann täte sowohl der Innenminister als auch die Polizei gut daran, über solche Vorfälle offen zu informieren. Wäre es eine Bande deutscher Einbrecher gewesen, hätte die Pressemitteilung der Polizei sicher schnell in allen Redaktionen des Landes gelegen. Wir leben in Zeiten, in denen Sensibilität gefragt ist. Verschweigen oder Vertuschen von unbequemen Wahrheiten hat damit aber nichts zu tun.

Apropos Sensibilität. Die täte auch dem einen oder anderen Politiker unseres Landes gut. Seit Monaten wird darüber gesprochen, dass die riesige Herausforderung, vor die unser Land durch die Flüchtlinge gestellt wird, nur mit vereinten Kräften bewältigt werden kann. Taten folgen diesen Worten aber eher selten. Stattdessen wird jeder Fehler, der zurzeit gemacht wird, von der politischen Konkurrenz – egal welcher Partei – in Einzelteile zerlegt und genüsslich kritisiert. Auf Vorschläge, wie es besser geht, wartet man meistens vergeblich. Mit gegenseitigen Schuldzuweisungen ist niemandem geholfen – nicht den Flüchtlingen und nicht den Bürgern Schleswig-Holsteins.

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erstellt am 29.Okt.2015 | 07:58 Uhr

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