zur Navigation springen

Nicht nur auf A7 und A1 : Autobahnen in SH: So kaputt wie nie zuvor

vom

Mehr als jeder siebte Autobahn-Kilometer in Schleswig-Holstein ist sanierungsbedürftig. Der Grund ist bekannt.

shz.de von
erstellt am 11.Mär.2015 | 06:26 Uhr

Kiel/Berlin | Der Zustand des schleswig-holsteinischen Autobahnnetzes ist so schlecht wie noch nie. Das geht aus neuen Zahlen hervor, die der Kieler Verkehrsminister Reinhard Meyer von seinem Bundeskollegen Alexander Dobrindt erhalten hat. Demnach ist von den 535 Kilometern Autobahn im Land mittlerweile mehr als jeder siebte sanierungsbedürftig – fast die Hälfte davon so stark, dass der für die Instandhaltung zuständige Meyer zu raschem Handeln gezwungen ist. Zwar nannte Meyer die Daten am Dienstag „weder überraschend noch besonders alarmierend“. Doch räumte der SPD-Politiker auch ein: „Wir müssen beim Erhalt der Autobahnen deutlich leistungsfähiger werden.“

Alle vier Jahre lässt der Bund die deutschen Schnellstraßen auf Herz und Nieren prüfen und vergibt Noten von 1 bis 5. Die jetzt vorliegenden Zahlen aus der jüngsten Untersuchung von 2014 zeigen, dass die Schwierigkeiten mit der baufälligen Rader Hochbrücke auf der A7 vor zwei Jahren nur der spektakuläre Vorbote eines flächendeckenden Problems im Norden waren: Während vor vier Jahren 12,6 Prozent der Autobahnstrecken im Land in beklagenswertem Zustand waren und die Note 3,5 oder schlechter bekamen, sind es nun schon 15,1 Prozent – so viele wie noch nie. Auch sind nur noch 71 Prozent statt zuletzt 76 Prozent des Netzes völlig intakt. Das ist ebenfalls Negativrekord fürs Land.

Dabei hatte das Konjunkturpaket des Bundes von 2009 und 2010 noch dafür gesorgt, dass sich der Zustand der Autobahnen vor vier Jahren ausnahmsweise verbessert hatte. Doch nun hat sich der Trend wieder umgekehrt. „Die Verbesserungen durch den Bauboom des Konjunkturpakets sind durch die allgemeine Verschlechterung des Netzes wieder aufgezehrt worden“, bedauert Meyer.

Besonders vordringlich sind Reparaturen an vier Schwerpunkten: Auf der A1 zwischen Bad Schwartau und Oldenburg, auf der A7 zwischen Rendsburg und Jagel, auf der A21 zwischen Bad Segeberg und Wankendorf sowie auf den Autobahnen A7, A210 und A215 in dem Dreieck Kiel-Rendsburg-Bordesholm. Auf der A24 zwischen Hamburg und Berlin läuft zudem schon die notwendige Sanierung und soll nach Meyers Angaben noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Zudem lässt der Minister auf der A7 zwischen Hamburg und Neumünster aufgeschobene Reparaturen im Zuge des laufenden Ausbaus auf sechs Spuren nachholen.

Grund für den hohen Verschleiß des Netzes ist vor allem der stark gewachsene Schwerverkehr, für den die Autobahnen beim Bau noch nicht ausgelegt waren. „Insbesondere die zunehmenden Lasten aus Großraum- und Schwertransporten machen uns zu schaffen“, sagte Meyer. Für Autofahrer sind die dadurch verursachten Schäden oft nicht erkennbar: Es handelt sich meist um Risse oder Flickstellen, die zwar noch keine Tempolimits erfordern, jedoch Wasser eindringen lassen und bei Frost zu schwereren Schäden führen können. Um die zu verhindern, sind rasche Reparaturen nötig. Immerhin hat der Bund die Mittel für den Erhalt der Autobahnen im Norden letztes Jahr erhöht – von 45 auf 52 Millionen Euro.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen