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SPD-Wahlkampf : Auftritt in Timmendorfer Strand: Ein Heimspiel für den „lieben Torsten“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der frühere Ministerpräsident Torsten Albig hatte seinen ersten öffentlichen Auftritt als Ex-Politiker .

von
erstellt am 11.Aug.2017 | 06:59 Uhr

Timmendorfer Strand | Es ist alles etwas bescheidener geworden: Das Hotel „Atlantis“ statt des mondänen „Maritim“, ein kleiner Raum rechts von der Rezeption statt des großen Saales – im Januar begrüßte Torsten Albig noch als Ministerpräsident am Timmendorfer Strand mehrere Hundert Ehrengäste zum Neujahrsempfang der Landesregierung, am Donnerstag hatte er seinen ersten öffentlichen Auftritt als Ex-Politiker. Acht Sitzreihen mit rot gepolsterten Stühlen warteten auf die Besucher, gut ein Viertel blieb an diesem Abend leer.

Die Eutiner Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn hatte zur Wahlkampf-Veranstaltung geladen, gut 50 Freunde und Mitglieder der Orts-SPD kamen. Auf dem Podium saß neben der Gastgeberin Pastor Thomas Vogel und Bürgermeisterin Hatice Kara auch Torsten Albig. Thema: „Humanität in der Politik“ – für den Ex-Regierungschef ein Heimspiel.

Bettina Hagedorn liefert dem „lieben Torsten“ dann auch die Steilvorlage: „Deine Flüchtlingspolitik, Deine Regierung, Deine christliche Prägung.“ Albig nimmt dankbar an. Er spricht über das Bedürfnis des Menschen, in einer besseren Welt zu leben, vom Schutz des Fremden und seinen Erlebnissen mit Flüchtlingen in Schleswig-Holstein. Der Ex-Ministerpräsident ist in seinem Thema und redet vor Gleichgesinnten. Viele im Saal haben sich in der ehrenamtlichen Helferbörse des Ortes und in der Kirchengemeinde engagiert.

Albig rechnet mit dem Dublin-Abkommen und der Haltung der Bundesregierung ab, erklärt, warum die Ungarnkrise das Flüchtlingsproblem nicht ausgelöst habe – denn das sei schon längst vorher da gewesen. Erst mit der Welle habe sich das Bewusstsein der Menschen in Deutschland und die Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geändert. Albig macht den Zuhörern Mut, man habe schwierige und unglaublich herausfordernde Zeiten „gewuppt“. Sein Fazit: Das christliche Abendland sei zu retten. Und all das ohne neue Schulden in Schleswig-Holstein und ohne „irgendjemandem etwas wegnehmen zu müssen“.

Nach einer Stunde hat Albig das Publikum aufgetaut – einzelne Lacher honorieren seine launigen Bemerkungen. Allerdings bleibt das angekündigte Gespräch eher eine Folge von abgefragten Monologen der Podiumsmitglieder, und die sind sich sowieso einig. Bis auf einmal, als Pfarrer Vogel von einem Freund berichtet, der nicht in der SPD, sondern bei den Grünen sei und bemerkte, die seien ja nicht so weit entfernt von den Sozialdemokraten.

Kurz darauf muss der Gottesmann die Veranstaltung verlassen – er hat eine Fledermaus-Andacht zu leiten. Was auch immer das ist, es ist ihm an diesem Abend wichtiger als der Ex-Ministerpräsident Torsten Albig.
 

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