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Deutschland-Vergleich : Aufklärungsquote: Stormarn ist der Kreis der ungeklärten Verbrechen

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Vor allem bei Wohnungseinbrüchen verlaufen Ermittlungen im Sand. FDP: SH steht im Bundesvergleich „katastrophal“ da.

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2016 | 09:41 Uhr

Bei der Aufklärung von Straftaten ist der Kreis Stormarn bundesweit von 402 Kreisen und kreisfreien Städten das Schlusslicht. Die Aufklärungsquote betrug hier im vergangenen Jahr 41,0 Prozent, während es in Passau als bundesweiter Spitzenreiter 96,2 Prozent waren. Das geht aus der Antwort der schleswig-holsteinischen Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des FDP-Abgeordneten Ekkehard Klug hervor.

Der Politiker verwies darauf, dass sich die Aufklärungsquoten von zwölf Kreisen und kreisfreien Städten aus Schleswig-Holstein im Bereich „Straftaten insgesamt“ im letzten Fünftel in ganz Deutschland bewegten. „Es besteht akuter Handlungsbedarf“, sagte Klug und plädierte insbesondere für mehr Polizeipräsenz in der Fläche.„Vor allem im Bereich der Einbruchskriminalität steht Schleswig-Holstein bundesweit katastrophal schlecht dar“, kritisierte Klug. „In fast allen Kreisen ist die Aufklärungsquote dramatisch gesunken, was das Vertrauen der Menschen in den Rechtsstaat und dessen Handlungsfähigkeit weiter schwinden lassen könnte.“

Bei Wohnungseinbruchsdiebstählen sank die Aufklärungsquote 2015 im Vergleich zu 2014 in Flensburg von 34,9 auf 14,2 Prozent und im Kreis Nordfriesland von 18,9 auf 11,9 Prozent. Massiv zurück ging die Quote auch in Lübeck (von 18,5 auf 10,6 Prozent) und in den Kreisen Dithmarschen (von 17,5 auf 9,2 Prozent), Segeberg (von 12,5 auf 6,7 Prozent) und Ostholstein (von 18 auf 5,8 Prozent). In Storman betrug die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen 6,2 Prozent.

Landesweit gab es in Schleswig-Holstein 2015 laut Kriminalstatistik einen Anstieg bei Wohnungseinbrüchen um 12,3 Prozent auf nahezu 8500 Fälle. Die Aufklärungsquote sank von 12,6 auf 8,9 Prozent. „Die polizeiliche Einsatz- und Ermittlungsarbeit in diesem Bereich wird weiter intensiviert“, hatte Innenminister Stefan Studt (SPD) im März bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2015 angekündigt. In den ersten Monaten dieses Jahres ging die Zahl der Einbrüche in Schleswig-Holstein zurück.

„Dass die Landesregierung zuletzt betont hatte, die Aufklärung von Taten stelle nicht das vorrangige Ziel der polizeilichen Arbeit dar, ist vor dem Hintergrund der jüngsten Zahlen geradezu absurd“, sagte Klug. Als Maßnahmen forderte er neben mehr Polizei in der Fläche auch eine stärkere Intensivtäterbekämpfung durch personenorientierte Ermittlungen und mehr Prävention: „Hier sollte schnellstens die Mindestinvestitionssumme bei der steuerlichen Förderung von einbruchssicheren Türen und Fenstern auf 500 Euro abgesenkt werden.“

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