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Flüchtlinge : Asyl-Quoten unterscheiden sich stark von Bundesland zu Bundesland

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Iraker werden in Bremen mit 96,4 Prozent doppelt so häufig akzeptiert wie in Berlin. Im Norden ist Hamburg Vorreiter.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2017 | 12:50 Uhr

Berlin/Hamburg | Die Anerkennungsquoten für Asylsuchende unterscheiden sich stark von Bundesland zu Bundesland. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke. Demnach war die Schutzquote von Flüchtlingen aus dem Irak in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Bremen mit 96,4 Prozent fast doppelt so hoch wie in Berlin, wo die Quote bei 50,3 Prozent lag. Auch bei den Entscheidungen über die Anträge von Afghanen und Iranern zeigten sich große Unterschiede.

Die Zahlen im Überblick:

  • Bei Asylbewerbern aus dem Iran lag die Schutzquote zwischen 37,6 Prozent (Bayern) und 85 Prozent (Bremen).
  • Antragsteller aus Afghanistan: Die Spannbreite der positiven Asylbescheide lag zwischen 30,9 Prozent (Brandenburg) und 65 Prozent (Bremen), wie es hieß. In Hamburg lag sie mit 48,3 Prozent niedriger als in Schleswig-Holstein (58,3), Niedersachsen (50,6) und Mecklenburg-Vorpommern (61).
  • Die Schutzquote von Flüchtlingen aus dem Irak in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Hamburg mit 56,1 Prozent deutlich niedriger als etwa in Bremen, wo die Quote bei 96,4 Prozent lag.
  • Syrische Asylbewerber wurde in allen Bundesländern zu über 99 Prozent Asyl gewährt.

Jelpke zeigte sich angesichts der Zahlen besorgt: „Es ist nicht zu leugnen: Es gibt in den Bundesländern sehr unterschiedliche Anerkennungsquoten, ohne dass plausible Erklärungen hierfür ersichtlich wären“, sagte sie den Funke-Zeitungen. „Es darf aber nicht sein, dass afghanische Flüchtlinge beispielsweise in Brandenburg oder Bayern nur etwa halb so große Chancen auf einen Schutzstatus haben wie in Bremen.“

Positive Entscheidungen, sogenannte bereinigte Gesamtschutzquote in Prozent im 1. Halbjahr 2017 für Schleswig-Holstein:

  Schleswig-Holstein
Afghanistan 58,3
Albanien 0,0
Algerien 9,1
Bosnien-Herzegowina 0,0
Eritrea 99,8
Guinea 71,4
Irak 64,1
Iran 68,1
Kosovo 0,0
Marokko 0,0
Mazedonien 0,0
Montenegro 0,0
Nigeria 33,3
Russische Föderation 15,5
Serbien 0,0
Somalia 93,6
Syrien 99,9
Tunesien 0,0
Türkei 19,0
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