Mindestsicherung : Armut in SH: Jeder Zehnte braucht Hilfe vom Staat

In Schleswig-Holstein hat jeder Zehnte nicht genug Geld zum Leben.
In Schleswig-Holstein hat jeder Zehnte nicht genug Geld zum Leben.

Über 270.000 Schleswig-Holsteiner sind auf staatliche Transferleistungen angewiesen. Damit liegt der Norden über dem Bundesschnitt.

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01. Dezember 2014, 12:43 Uhr

Wiesbaden/Kiel | In Schleswig-Holstein muss fast jeder Zehnte vom Staat unterstützt werden. Ende 2013 erhielten 270.474 Menschen sogenannte Mindestsicherungsleistungen. Das waren 9,6 Prozent der Bevölkerung, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete. 2012 hatte die Mindestsicherungsquote 9,5 Prozent betragen. Bundesweit lag die Quote Ende 2013 bei 9,1 Prozent. Am häufigsten waren die Menschen in Berlin (19,4 Prozent) und Bremen (17,1 Prozent) auf Leistungen angewiesen. Am wenigsten waren es in Bayern (4,5 Prozent) und Baden-Württemberg (5,1 Prozent).

Deutschland musste für die sozialen Mindestsicherungsleistungen im vergangenen Jahr 40,8 Milliarden Euro ausgeben - 4,6 Prozent mehr als 2012. Darunter fielen Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung (Sozialhilfe) sowie Leistungen für Asylbewerber. Die einzelnen Bereiche haben sich unterschiedlich entwickelt. Laut Statistischem Bundesamt blieb die Zahl der Hartz-IV-Empfänger bundesweit mit 6,04 Millionen nahezu konstant. Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherung bekamen 7,1 Prozent mehr Menschen: 1,08 Millionen. Am stärksten wuchs die Zahl der Empfänger von Asylbewerberleistungen - plus 36,2 Prozent auf rund 225.000 Menschen.

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