Neumünster : Ankerzentrum: Pläne für den Ausbau der Landesunterkunft für Flüchtlinge

Asylbewerber in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster.

Asylbewerber in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster.

Die Erstaufnahme in Boostedt soll geschlossen werden, die Plätze in Neumünster werden dafür erweitert.

shz.de von
13. September 2018, 16:25 Uhr

Kiel/Neumünster | Die Kieler Regierung will die Landesunterkunft für Flüchtlinge in Neumünster ausbauen und die Pläne dafür am 24. September auf einer Einwohnerversammlung vorstellen. „Die Planungen des Innenministeriums sehen vor, dass Neumünster ab dem Jahr 2024 die einzige Aufnahmeeinrichtung in Schleswig-Holstein sein wird“, sagte Ministeriumssprecher Dirk Hundertmark. Dafür solle die „Aufnahme- und Rückführungseinrichtung“ ausgebaut werden. Gespräche mit der Stadt liefen bereits.

Die Erstaufnahme in Boostedt soll Ende 2024 komplett geschlossen werden. Derzeit hat die Erstaufnahme in Neumünster eine Kapazität, um 772 Personen aufzunehmen. Von diesen Plätzen sind nach Ministeriumsangaben aktuell 601 belegt. Künftig soll die Einrichtung über 1500 Plätze verfügen.

Zu konkreten Planungen wollte sich das Innenministerium vorab nicht äußern. „Das, was sich nach Auskunft des Bundesinnenministeriums hinter dem Begriff Anker verbirgt – Ankunft, Entscheidung über den Asylantrag, kommunale Verteilung, Rückführung aus der Einrichtung – findet in den schleswig-holsteinischen Einrichtungen in Neumünster und Boostedt derzeit bereits statt“, sagte der Sprecher. Diese Rolle werde Neumünster ab 2024 alleine übernehmen.

Weiterlesen: Neumünster bald einzige Erstaufnahme im Land

Auf Bundesebene hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag sogenannte Ankerzentren vereinbart. Demnach sollen Flüchtlinge in Großunterkünften bis zum Abschluss ihrer Asylverfahren untergebracht und nicht mehr quer über das Land verteilt werden. Wer nicht als Flüchtling anerkannt wird, soll direkt aus dem Zentrum abgeschoben werden.

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