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Nordkirche : Angst vor neuer Kirchensteuer: Mitglieder treten aus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Banken können ab 2015 die Kirchensteuer auf Kapitalerträge direkt einbehalten. Diese Regelung sorgt für Verwirrung bei Kirchenmitgliedern – und für Austritte.

Kiel | Die ab 2015 geltende Regelung, dass Banken die Kirchensteuer auf Kapitalerträge künftig direkt einbehalten, sorgt bei vielen Kirchenmitgliedern offenbar für Verunsicherung. Wie Frank Zabel, Sprecher der evangelischen Nordkirche, unserer Zeitung bestätigte, gibt es derzeit „spürbar mehr Austritte“. Genaue Zahlen liegen jedoch noch nicht vor, sie werden derzeit von den Kirchenkreisen gesammelt. Auch das auch für Schleswig-Holstein zuständige katholische Erzbistum Hamburg registriert erhöhte Austrittszahlen.

Als einen Grund für die Austritte vor allem von Rentnern und Jugendlichen nannten die Kirchen die Informationspolitik der Banken zum neuen Erhebungsweg der neunprozentigen Kirchensteuer auf die Abgeltungssteuer. Sie wird jetzt automatisch eingezogen, statt wie bislang über einen gesonderten Antrag geltend gemacht. „Viele Kunden haben die Informationen Ihrer Bank so verstanden, dass eine zusätzliche Kirchensteuer eingeführt werde“, sagt Zabel.

Die vielen Anrufe bei der eigens für Fragen zu dieser Umstellung eingerichteten Hotline der Nordkirche mache die Verunsicherung vieler Kirchenmitglieder – und sogar von Nicht-Mitgliedern, die fürchten, auf einmal ebenfalls Kirchensteuer zahlen zu müssen – deutlich. „Dabei ist es eher ein Vereinfachung – und betrifft viele Sparer gar nicht, weil es wie bisher eine Freibetrags-Grenze gibt“, so Zabel. Sie liegt bei Kapitalerträgen von 801 Euro für Ledige oder 1602 Euro für Verheiratete.

Die Hotline der Nordkirche informiert unter Telefon 0800/1181204 über die Umstellung. In den Kirchengemeinden liegen zudem Flyer zu dem Thema aus.

 

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erstellt am 06.Aug.2014 | 07:39 Uhr

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