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Rader Hochbrücke und Kanaltunnel : Angst am Straßenrand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Rader Hochbrücke und Rendsburger Kanaltunnel: Der umgeleitete Verkehr führt zu gefährlichen Situationen und versetzt Anwohner in Angst und Schrecken. Ein Kommentar von Jürgen Muhl.

Die Einwohner im kleinen Dorf Jagel sind ja einiges gewohnt. Die durch den Ort führende B77 gehört zu den verkehrsreichsten Bundesstraßen Deutschlands und auf dem Militärflughafen starten und landen seit Jahrzehnten Krachmacher wie einst der Starfighter und heute die Tornados. Mit dem Flugplatz hat man sich arrangiert, finden doch hier über 1000 Menschen aus der Region Arbeit. Was sich seit der Sperrung für den Lkw-Verkehr auf der Rader Hochbrücke allerdings auf den Straßen im und um den Ort herum abspielt, verbreitet Angst und Schrecken. Bis zu 8000 Lkw donnern täglich durch den Ort, dessen Bürgersteige neben der Bundesstraße zugleich als Mittel- und Treffpunkt in der Gemeinde fungieren. Die gegenwärtige Situation birgt weitaus mehr Gefahren als es vor dem Bau der Autobahn der Fall war, als der gesamte Nord-Süd-Verkehr durch das Dorf rollte. Jagel ist nur ein Beispiel von vielen Orten im Lande, die in diesen Monaten unter den Verkehrsengpässen leiden und dessen Hilfeschreie ungehört bleiben.

Wie auch sollte ein Aufschrei etwas ändern? Es gibt kaum Alternativen zur Umfahrung der Rader Hochbrücke und des Rendsburger Kanaltunnels. Sollte die Autobahnbrücke tatsächlich im November für den Schwerlastverkehr wieder freigegeben werden, kommen auf die für den Straßenbau zuständigen Behörden neue Arbeit und eine Kostenlawine zu. Ob Bundes-, Land- oder Kreisstraßen, ob Kreisel oder auch so genannte Schleichwege – ein Großteil der Ausweichstrecken befindet sich in einem desolaten Zustand. Dies ist der Preis für den Pfusch am Bau, der halb Schleswig-Holstein die Luft zum Atmen nimmt. Wenn die arg gebeutelten Spediteure jetzt fordern, die Sanierung des Kanaltunnels erst dann fortzusetzen, wenn auf der Rader Hochbrücke auch der Lkw-Verkehr wieder fließt, ist dies nicht nur ihr gutes Recht, sondern auch ihre Pflicht. Neben den Ortsbewohnern ist auch das fahrende Personal großen Gefahren ausgesetzt. Dass bisher auf den engen Umleitungen noch nichts Schlimmeres passiert ist, grenzt an ein Wunder.

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