zur Navigation springen

Uni-Streit : Albig stärkt Bildungsministerin Wende den Rücken

vom

Die CDU will der Bildungsministerin auf den Zahn fühlen: Am Donnerstag soll sie zum Scheitern der Gespräche der Unis Flensburg und Kiel über die künftige Lehrerausbildung Stellung nehmen. Regierungschef Albig steht weiter zu Wende.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 17:44 Uhr

Kiel | Im Streit um die Lehrerausbildung hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) seiner Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) noch einmal den Rücken gestärkt. „Selbstverständlich halten wir an unseren Plänen fest“, sagte Albig am Dienstag in Kiel. Die Zweifel der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) an den von Wende genannten Kosten für den Ausbau der Lehrerausbildung in Flensburg nehme er mit Überraschung zur Kenntnis.

Während die Uni Kiel auf Mehrkosten von bis zu 65 Millionen Euro plus Personalkosten und Unterhalt von Bibliotheken kommt, geht das Ministerium von nur 1,3 Millionen für Personal im Jahr und 1,2 Millionen für Investitionen aus. „Diese Hochschule ist von zentraler Bedeutung für dieses Land“, sagte Albig. Die Regierungsvorschläge beschädigten die CAU an keiner Stelle. Er habe keine Kenntnis, dass für den Ausbau in Flensburg eine andere Zahl als die vom Ministerium genannten 1,2 Millionen Euro zutreffe. Wie die Uni auf viel höhere Summe komme? „Das kann ich mir nicht erklären. Da irrt die Uni.“ 

Dagegen äußerte der Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Uni Kiel, Lasse Petersdotter, - wie bereits am Vortag das Präsidium der Hochschule - Kritik an den offiziellen Zahlen. „In der Diskussion mangelt es vor allem an einer soliden Datengrundlage.“ Eine Expertenkommission könne dafür der richtige Raum sein. Die Ministerin sollte sich für derlei Beratungen öffnen, da auch sie inzwischen realisiert haben müsste, dass der Gesetzesentwurf für sich genommen nicht umsetzbar sei. „Weiter auf eine Verabschiedung vor der Sommerpause zu spekulieren und hierfür künstlich Zeitdruck aufzubauen, hilft niemandem und würde einen Scherbenhaufen in der schleswig-holsteinischen Hochschullandschaft hinterlassen“, meinte Petersdotter.

Die CDU erwartet am Donnerstag Aufklärung von Bildungsministerin Wende (parteilos) über strittige Fragen. Sie solle im Bildungsausschuss des Landtags über das Gespräch der Landesregierung mit den Präsidenten der Unis Kiel und Flensburg berichten, sagte CDU-Bildungsexperte Daniel Günther am Dienstag in Kiel. Überfällig sei auch eine transparente und nachvollziehbare Erläuterung der Kostenberechnungen des Ministeriums.

Staatssekretär Rolf Fischer habe auf Initiative Albigs einen „Kompromiss ausloten“ sollen über die künftige Aufteilung der Lehrerausbildung zwischen Flensburg und Kiel, sagte Günther. „Die Öffentlichkeit hat angesichts des desaströsen Ergebnisses dieser Verhandlungen ein Anrecht zu erfahren, mit welchen Zielen und welchen Verhandlungsspielräumen die Landesregierung in diese Gespräche gegangen ist. Ein so erfahrener Staatssekretär wie Fischer „scheitert nicht ohne Grund“.

Nach den gescheiterten Gesprächen zwischen den beiden Hochschulen ist ein „Krisengipfel“ im Ministerium geplant. Wende hatte am Montag betont, eine von allen gemeinsam getragene Lösung sei im Sinne der Schulen und künftiger Schülergenerationen wünschenswert. Aus Sicht der FDP ist die Regierung mit ihren Plänen komplett gescheitert. „Sie ist mit ihrer Reform frontal gegen die Wand gelaufen“, sagte Fraktionsvize Christopher Vogt der dpa. Die vorgesehene Einführung eines Sekundarlehrers müsse vom Tisch, der Regierungsentwurf zurückgezogen werden. Jetzt müsse Albig „das Trauerspiel beenden“. „Ministerin Wende ist damit überfordert.“ Die FDP forderte einen echten Dialog für einen Neustart der auch aus ihrer Sicht erforderlichen Reform. Dafür sollte Albig einen Runden Tisch einberufen - mit den Präsidien beider Universitäten, Studentenvertretern und den Experten der Landtagsfraktionen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen