Bürgerschaftswahl in Hamburg : AfD eröffnet Wahlkampf mit Lucke und Henkel

Zwischen Eurokritik und Pegida-Debatte startet AfD-Spitzenkandidat Jörn Kruse in den Hamburger Wahlkampf. Von Parteichef Lucke und dem EU-Abgeordneten Henkel erhält er prominente Unterstützung.

shz.de von
10. Januar 2015, 09:10 Uhr

Hamburg | Mit Parteichef Bernd Lucke und dem Hamburger EU-Abgeordneten Hans-Olaf Henkel startet die AfD am Samstag (20 Uhr) in den Hamburg-Wahlkampf. Sie wollen dem Spitzenkandidaten Jörn Kruse den Rücken stärken. Alle drei stehen vor allem für die Eurokritik, wegen der die Partei 2013 gegründet wurde. Die jüngste Annäherung der AfD an die Anti-Islam-Bewegung Pegida sehen sie eher skeptisch. Doch auch Spitzenkandidat Kruse hatte zuletzt vor einem „Vordringen islamischer Eigenarten“ gewarnt. Für seine Forderung, Hamburger Lehrerinnen das Tragen von Kopftüchern zu verbieten, wurde er kritisiert. Die Grünen warfen Kruse vor, „auf der Pegida-Welle zu surfen“.

Punkten will Kruse zudem mit Kritik an der Euro-Rettungspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Wir wollen nicht als Besserwisser dastehen, aber für Griechenland wäre es besser, aus dem Euroraum auszuscheiden“, sagte Kruse.

Das antifaschistische „Hamburger Bündnis gegen Rechts“ kündigte an, die Wahlveranstaltung am Samstag „kritisch zu begleiten“. In den Umfragen liegt die AfD Hamburg bei etwa vier Prozent der Stimmen. Den Einzug in die Bürgerschaft könnte die Partei bei ihrer ersten Hamburg-Wahl am 15. Februar daher knapp verpassen. Kruse nannte als Ziel ein Ergebnis von sieben oder acht Prozent.

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