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Flüchtlinge auf Lübecker Volksfestplatz : Acht Erstaufnahmen in SH – und weitere sollen folgen

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Putlos und Lübeck bereiten sich für die Aufnahme von Flüchtlingen vor. shz.de zeigt die Erinrichtungen auf einer Karte.

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erstellt am 09.Sep.2015 | 08:23 Uhr

Täglich kommen neue Flüchtlinge in Schleswig-Holstein an. Allein am Dienstag waren es mehr als 1000. Immer wieder müssen neue Unterkünfte geschaffen werden. Nach Angaben von Innenminister Studt (SPD) gibt es aktuell acht Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein. Doch das wird nicht das Ende sein. Weitere Notunterkünfte sind in Planung:

  • Auf dem Truppenübungsplatz Putlos im Kreis Ostholstein soll eine weitere Erstaufnahme mit zunächst 350 Plätzen eröffnet werden. Drei Unterkunftsgebäude mit je 100 Plätzen sind stehen schon bereit, fünf weitere könnten in wenigen Tagen ebenfalls geräumt werden. Insgesamt stünden dann 800 Plätze zur Verfügung. Die Soldaten haben hier bereits ihre Sachen gepackt. Der komplette Übungsbetrieb wurde eingestellt.
  • In Lübeck ist ein Containerdorf auf dem Volksfestplatz als Übergangslösung geplant, bis sich Kommune und Land auf einen Standort für eine feste Erstaufnahmeeinrichtung geeinigt haben. Doch Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) hat weiter Bedenken: Er hat das Land vor technischen Problemen gewarnt. Nach Angaben von Fachleuten der städtischen Entsorgungsbetriebe muss eine aufwendige Abwasserentsorgung gebaut werden. Das schaffe man nicht in wenigen Tagen, dafür brauche man Monate, erklärte Saxe am Dienstag im Hauptausschuss der Bürgerschaft.
  • Bereits am Montagabend war auf einem Gelände der Bundespolizei in Bad Bramstedt eine Unterkunft für zunächst 150 Flüchtlinge eingerichtet worden. Sie schlafen in einer Sporthalle.

shz.de zeigt eine Übersicht der bestehenden und geplanten Flüchtlingsunterkünfte:

rot = Dauerhafte Erstaufnahmeeinrichtung (EAE), blau = Übergangserstaufnahmeeinrichtungen, gelb = EAE in Planung

Eine Entspannung der Lage erwarte man in den kommenden Tagen nicht, sagte Ove Rahlf, Sprecher des Innenministeriums. „Allein in Neumünster sind am vergangenen Wochenende über 1000 Flüchtlinge angekommen – so viele wie noch nie“, sagte Rahlf, der nicht mehr ausschließen will, dass bis zum Jahresende in Schleswig-Holstein noch deutlich mehr als die zuletzt erwarteten 27000 Flüchtlinge um Asyl bitten werden.

Zugleich hat Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) den Kommunen weitere Hilfe zugesagt. „Die Unterbringung und Hilfe für Flüchtlinge ist eine große Herausforderung für alle Ebenen in Schleswig-Holstein“, betonte er. Stormarns Landrat Klaus Plöger (SPD) warnte gestern, dass viele Kommunen langsam an die Grenzen ihrer Aufnahmefähigkeit kämen. „Es ist Aufgabe der Bundesregierung, den Flüchtlingsstrom so zu steuern, dass staatliche Strukturen intakt bleiben“, sagte er.

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