Asylbewerber Ehsan Abri : Abschiebung von Iraner gestoppt

Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner. Foto: dpa
Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner. Foto: dpa

Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner (SPD) dankt seinem Bundeskollegen Hans Peter Friedrich. Er hat die Abschiebung des Iraners Ehsan Abri nach Ungarn gestoppt.

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25. Juni 2013, 07:59 Uhr

Kiel/Rendsburg | In einer E-Mail hatte sich Breitner am Sonntag an Hans Peter Friedrich gewandt und um "eine humanitäre Lösung" gebeten. Der iranische Asylbewerber Ehsan Abri, der zurzeit in Rendsburg in Abschiebehaft sitzt, sollte am Montag nach Ungarn gebracht werden. Dort hatte er am 3. Mai Asyl beantragt. In seiner Heimat droht dem Studenten die Todesstrafe, weil er "nach eigener Darstellung homosexuell und Mitglied der Kommunistischen Partei des Irans" ist, schrieb Breitner an Friedrich.
Jetzt reagierte der Bundesinnenminister und stoppte die bereits eingeleitete Abschiebung. Der Bund habe jetzt noch einmal die Gelegenheit, den Fall zu prüfen, sagte Breitner am Montag in Kiel. Sollte am Ende eine "Rücküberstellung nach Ungarn rechtlich zwingend sein", werde man diese Entscheidung jedoch akzeptieren müssen.

Von Rendsburg nach Neumünster

Ehsan Abri wird nach seiner Entlassung aus der Abschiebehaft noch am Montag vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten in Neumünster aufgenommen. "Die zuständigen Bundesbehörden werden dann entscheiden, wie das Verfahren weitergeht. Für diese Zeit erhält Ehsan Abri eine Duldung", heißt es in einer Mitteilung des Innenministeriums.
Die Bundespolizei hatte den jungen Mann in Schleswig-Holstein im Zug aufgegriffen, als er auf dem Weg von Hamburg nach Kopenhagen war. Wie das Innenministerium in Kiel mitteilt, habe er den Beamten damals gesagt, er wolle zu seiner Verlobten nach Schweden. Sie sei dort Asylbewerberin. Das allerdings bestreitet Abri, sagt Martin Link vom Flüchtlingsrat, der mit dem Iraner gesprochen hat.

Asylantrag in Deutschland abgelehnt

Nachdem die Bundespolizisten ihn aufgegriffen hatten, stellte Abri in Deutschland Asylantrag, der am 28. Mai abgelehnt wurde. Seine dagegen erhobene Klage wies das Verwaltungsgericht Schleswig am 12. Juni zurück - sein Asylantrag wurde laut Innenministerium "mit gleichem Datum unanfechtbar abgelehnt".
Als Ehsan Abri am 13. Juni von Hamburg nach Ungarn zurück gebracht werden sollte, widersetzte er sich. Ein Amtsgericht verlängerte seine Abschiebehaft daraufhin bis zum 28. Juni.

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