Autobahn-Ausbau : A20: SH muss neue Trassen prüfen

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängte im November einen Baustopp für das A20-Teilstück zwischen Bad Segeberg und Wittenborn.
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Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängte im November einen Baustopp für das A20-Teilstück zwischen Bad Segeberg und Wittenborn.

Mit dem Urteil zum Baustopp werden Zweifel an der Trasse bis zur A7 laut – und an dem Plan für ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern.

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17. März 2014, 12:55 Uhr

Bad Segeberg/Kiel | Der Weiterbau der Autobahn 20 bis zur A7 droht sich noch stärker als zuletzt gedacht zu verzögern. Denn nachdem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im November einen Baustopp für das A20-Teilstück zwischen Bad Segeberg und Wittenborn verhängt hat, muss Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer nun nicht nur diesen dritten Bauabschnitt neu planen, sondern womöglich auch den sich daran anschließenden vierten bis zur A7. Das ergibt sich aus der jetzt vom Gericht veröffentlichten Urteilsbegründung. Meyer hatte dagegen gehofft, die Autobahn ab Ende 2015 nach kleinen Änderungen auf der bisher geplanten Trasse fortführen zu können.

Die Richter fordern jedoch, dass das Land weitere Trassen im Süden von Bad Segeberg gründlich prüfen muss. „Insbesondere durchlaufende Trassenvarianten“, heißt es in dem Urteil, „durften nicht von vornherein ausgeblendet werden.“ Dabei geht es um die durchgehende „Schwissel-Linie“ und die weite Südumfahrung. Meyer muss daher untersuchen, ob diese Linienführungen der Umwelt eventuell weniger schaden als die bisherige Plantrasse. Erst nach dieser Prüfung, so schreiben die Richter, werde sich „je nach Ergebnis herausstellen, ob es sinnvoll erscheint, die Trasse wie geplant an der Gelenkstelle Wittenborn auf die B206 zurückzuführen“. Oder ob eine neue Linienführung auch auf dem vierten Bauabschnitt zur A7 nötig wird.

Zudem weckt das Urteil Zweifel an Meyers Plan für ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern auf der A20 bei Bad Segeberg zum Schutz der dort lebenden Fledermäuse. Denn die Richter weisen darauf hin, dass das Land selber während der noch von Meyers Vorgängern verantworteten A 20-Planung ein Tempolimit für eine Stadttrasse durch Bad Segeberg abgelehnt hat – mit der Begründung, dass dadurch die „für eine Fernautobahn geforderte Verbindungsqualität“ leiden und so ein wichtiges Teilziel nicht erreicht würde. Das sieht das Gericht auch so.

Meyer wollte sich am Montag nicht zum Urteilstext äußern. Er brauche noch Zeit bis Freitag, um ihn zu prüfen, erklärte sein Sprecher. Dagegen sagte der Anwalt der klagenden Umweltverbände BUND und Nabu, Rüdiger Nebelsieck, er rechne nun nicht mit einer baldigen Fortführung der A20. Vielmehr sei eine gründliche Untersuchung der Alternativen notwendig. „Wer denkt, er könne eben schnell mal andere Trassen prüfen und dann einfach auf der Plantrasse weiterbauen, der macht den nächsten Fehler“, sagte Nebelsieck. Er hält es nicht für unwahrscheinlich, dass Meyer auch den vierten Bauabschnitt bis zur A7 neu planen lassen muss: „Die Chancen stehen 50 zu 50.“

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