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Umweltverbände : A20: Gespräche gescheitert - Klage läuft

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Die Umweltverbände wollen nicht mehr mit dem Land über den Ausbau der A20 und die Fledermäuse im Travetal sprechen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig muss darüber entscheiden.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2013 | 17:25 Uhr

Im Rechtsstreit um den Weiterbau der A20 bei Bad Segeberg haben die Umweltverbände Nabu und BUND am Freitag die Sondierungen mit dem Land über einen außergerichtlichen Vergleich abgebrochen. „Wir halten weitere Gespräche für nicht erfolgversprechend“, erklärten die Landesvorsitzenden Hermann Schultz vom Nabu und Hans-Jörg Lüth in einer gemeinsamen Mitteilung. Zwar wolle man „keinen Prozess um seiner selbst willen“. Daher habe es einen Versuch zur Einigung gegeben. Doch leider habe man feststellen müssen, „dass der Landesbetrieb Straßenbau zu keiner Änderung der Verkehrsführung oder zu substantiellen Schutzmaßnahmen für Fledermäuse bereit ist“. Zuvor hatte es so ausgesehen, als habe eine Einigung gute Chancen. 

Nun wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über die Einwände der Verbände und mehrere weiterer Kläger urteilen. Die Verhandlung ist am 22. Oktober. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) zeigte sich enttäuscht von der Absage:  „Wir bedauern das Scheitern der Gespräche. Eine außergerichtliche Einigung wäre besser gewesen und hätte den Bau der A20 beschleunigen können.“ Allerdings sei er „optimistisch, dass die gerichtliche Entscheidung zu unseren Gunsten ausfallen wird“. Doch auch die Umweltverbände zeigten sich zuversichtlich: „Wir sind sicher, dass es das Gericht nicht zulassen wird, dass eines der bedeutendsten Fledermausvorkommen Europas durch die Zerstörung des  Travetals  massiv beeinträchtigt wird“, erklärten sie.

Der Bau des zehn Kilometer langen und 150 Millionen Euro teuren Anschlussstücks bis Wittenborn liegt auf Eis, bis die Leipziger Richter entschieden haben – oder noch viel länger, falls sie Auflagen machen oder den Planfeststellungsbeschluss von 2012 ganz kassieren. Die Umweltverbände fordern vor allem einen besseren Schutz von seltenen Fledermausarten im Travetal, das von der neuen Autobahn durchschnitten wird. Dazu müsse es etwa ausreichend Querungshilfen geben, fordern die Naturschützer.

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