Corona-Lockerungen : Modellregion in SH: Wo könnte bald ein Stück Normalität zurückkehren?

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In einer Modellregion in Schleswig-Holstein könnten bald – zeitlich begrenzt – weitere Öffnungsschritte realisiert werden.
In einer Modellregion in Schleswig-Holstein könnten bald – zeitlich begrenzt – weitere Öffnungsschritte realisiert werden.

Im Rahmen eines Modellprojekts sollen ausgewählte Regionen, einzelne Bereiche des täglichen Lebens öffnen können.

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24. März 2021, 10:54 Uhr

Kiel | Der Bund-Länder-Beschluss von Montagnacht sieht die Möglichkeit von Modellprojekten vor. Demnach könnten ausgewählte Regionen mit niedrigen Corona-Inzidenzwerten, strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept bald weitere Bereiche des öffentlichen Lebens öffnen – etwa Hotellerie, Gastronomie, aber auch Sport und Kultur.

Je Bundesland soll es wohl eine Region geben können. In Schleswig-Holstein hat der Unternehmensverband Oberelbe-Westküste bereits den Kreis Nordfriesland mit einer Inzidenz von aktuell 22,3 in Spiel gebracht. „Wir fordern nun die Landesregierung und die Kommunen der Westküste auf, unverzüglich alle Voraussetzungen zur Einführung von Modellregionen zu prüfen“, sagte Geschäftsführer Ken Blöcker.

Auch Kiel zeigt Interesse

Auch die Landeshauptstadt scheint interessiert zu sein, Modellregion in Schleswig-Holstein zu werden. „Wir sind in Kiel dabei, Modellprojekte zu entwickeln“, betonte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) und nannte als Beispiele Sportvereine, Theater- und Konzertaufführungen. „Aufgrund der geringen Inzidenz in Kiel, den großen Testkapazitäten und der Kompetenz von Hochschulen und Krankenhäusern, sehen wir große Möglichkeiten, unseren Beitrag zum besseren Ausbalancieren von Gesundheitsschutz und Lockerungen zu leisten“, fügte er hinzu.

Weiterlesen: Rendsburg bewirbt sich als Modellregion für erste Öffnungsschritte

Buchholz für Tourismus-Modellprojekte

Prüfungen sowie die Gespräche mit den verschiedenen Regionen in Schleswig-Holstein werden nun stattfinden, kündigte Ministerpräsident Daniel Günther bereits am Dienstag an. Eine Entscheidung soll bis Anfang nächster Woche fallen.

Gute Chancen für touristische Modellprojekte in Gebieten mit niedrigen Corona-Infektionszahlen sieht Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz. Dafür soll es laut des FDP-Politikers ein schnelles Bewerbungsverfahren geben.

Kommunen erhalten Bedingungen bis Donnerstag

Es seien bestimmte Kriterien zu erfüllen, zum Beispiel im Hinblick auf elektronische Kontaktnachverfolgung und Testungen auf das Coronavirus. Die Bedingungen sollten bis Donnerstag den Kommunen übermittelt werden. „Wir wollen beweisen, dass Tourismus verantwortbar durchführbar ist“, sagte Buchholz am Mittwoch im Kieler Landtag.

Für viele Betriebe im Tourismus gehe es mit dem Wegfall des Ostergeschäfts um das blanke Überleben, sagte Buchholz. Er zeigte sich enttäuscht, dass Bund und Länder den von Schleswig-Holstein und anderen Ländern angestrebten kontaktarmen Urlaub über Ostern im eigenen Land nicht ermöglicht haben. Es gehe darum, dem Tourismus eine Perspektive zu geben. Der Bund sollte die Überbrückungshilfe 3 um 30 Prozent aufstocken, so Buchholz.

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