Abgelehnte Asylbewerber : 9315 Klagen: Zahl der Asylverfahren vor Verwaltungsgericht Schleswig verdoppelt

Akten im Verwaltungsgericht Schleswig. /Archiv
Akten im Verwaltungsgericht Schleswig. /Archiv

2017 wurden zwei zusätzliche Asylkammern am Verwaltungsgericht eingerichtet – sie machten sich bezahlt.

shz.de von
17. Januar 2018, 13:37 Uhr

Schleswig | Die Zahl der Asylverfahren vor dem Verwaltungsgericht Schleswig hat sich 2017 fast verdoppelt. Insgesamt gingen in erster Instanz 9315 Klagen abgelehnter Asylbewerber (2016: 5209) ein, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch mitteilte. Die Entwicklung sei unmittelbar abhängig von der Entscheidungspraxis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Zum Vergleich: 2015 hatten die Richter am Verwaltungsgericht 1945 neue Verfahren dazu bekommen.

Trotzdem hat sich die Dauer der Hauptsacheverfahren 2017 leicht auf 5,8 Monate verkürzt (2016: 5,9 Monate). Hintergrund sind zwei zusätzlich in diesem Jahr eingerichtete Asylkammern am Verwaltungsgericht. Insgesamt hatte das Gericht 2017 knapp 7700 Fälle im Bestand, deutlich mehr als im Vorjahr (gut 2900). Das Gros der Kläger (28 Prozent) kam 2017 aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und Armenien (je 15 Prozent).

Insgesamt haben die Verwaltungsrichter im Norden im vergangenen Jahr 4529 Verfahren entschieden. Das waren deutlich mehr als im Vorjahr (3248). Gut zwei Drittel der Klagen wiesen sie 2017 ab. In 726 Fällen hatten Kläger Erfolg. In 389 Fällen wandten sich abgelehnte Asylbewerber an das Oberverwaltungsgericht (2016: 209). Dort dauerten die Verfahren mit 5,7 Monaten im vergangenen Jahr deutlich länger (2016: drei Monate).

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen