Kiel und Itzehoe : 1. Mai in SH: Tausende demonstrieren mit dem DGB

Auch in Eckernförde gingen die Menschen am Tag der Arbeit auf die Straße.
Auch in Eckernförde gingen die Menschen am Tag der Arbeit auf die Straße.

Die Gewerkschaft GEW fordert eine bessere Bezahlung der Erzieher. Der Tarifkonflikt ist zäh.

shz.de von
01. Mai 2015, 17:40 Uhr

Mehrere tausend Menschen haben am Tag der Arbeit in Schleswig-Holstein demonstriert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sprach am Freitag von 8000 Teilnehmern bei den landesweiten Veranstaltungen. Der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn, forderte in seiner Rede zum 1. Mai am Freitag in Itzehoe, Langzeitarbeitslose nicht länger vom geltenden Mindestlohn auszunehmen. Diese Ausnahme müsse als erste weg: „Zahlt endlich auch denjenigen, die so lange nach Arbeit gesucht haben, wenigstens 8,50 Euro!“ In vielen anderen Städten gab es ebenfalls Kundgebungen, zum Beispiel in Neumünster und Eckernförde.

Die Gewerkschaft GEW forderte zum Tag der Arbeit eine bessere Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher. Dieser Beruf sei ein Knochenjob, sagte die Bundesvorsitzende Marlis Tepe auf einer Kundgebung in Kiel. Die Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst müssten deutlich aufgewertet werden, zumal die gesellschaftlichen Erwartungen an diese Berufsgruppe enorm gewachsen seien.

In einem zähen Tarifkonflikt fordern die Gewerkschaften eine Höhergruppierung der Erzieher. Nachdem sie die Verhandlungen nach fünf Runden für gescheitert erklärt hatten, stimmen die Mitglieder jetzt in einer Urabstimmung über unbefristete Streiks ab.

Die Arbeitgeber dürften nicht glauben, sie könnten Frauen mit viel weniger Geld und etwas mehr Anerkennung abspeisen, sagte die GEW-Bundesvorsitzende. Die Politik habe Milliardenpakete geschnürt, um Kitas zu bauen und den Rechtsanspruch auf Bildung und Betreuung für jedes Kind zu verwirklichen. „Aber sie hat eines vergessen: Unsere Kinder werden nicht von Beton, Stahl und Glas betreut.“

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