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Förderung interkultureller Sportvereine : Polit-Wirbel um Integrationsgelder für Inter Türkspor aus Kiel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Verein soll 500.000 Euro bekommen haben. Die Landesregierung dementiert.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 08:49 Uhr

Kiel | Die Wellen schlagen hoch, nachdem bekannt geworden ist, dass die Landesregierung 500.000 Euro für die Förderung interkultureller Sportvereine in den Haushalt eingestellt hat und angeblich allein der Kieler Verein Inter Türkspor von diesen zusätzlichen Haushaltsmitteln profitieren soll. Während die Landesregierung dies abstreitet und darauf hinweist, dass die Förderrichtlinien noch gar nicht formuliert sind und deshalb auch kein Verein überhaupt einen Antrag stellen konnte, verlangt die Opposition vom Innenministerium eine Stellungnahme. Nur Innenminister Stefan Studt (SPD) könne die Angelegenheit zweifelsfrei aufklären.

„Ich erwarte von ihm, dass er sich zu diesem Vorgang unmissverständlich und unverzüglich äußert“, erklärte die sportpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Barbara Ostmeier. Bei dieser Gelegenheit solle Studt alle 2600 Sportvereine im Land auf den neuen Fördertopf hinweisen. „Mir ist kein Grund ersichtlich, der die Bevorzugung eines einzelnen Vereins rechtfertigen würde“, sagte Ostmeier. Im Sinne der integrativen Kraft des Sports sei „allein dieser Verdacht schädlich und muss schnell vom Tisch“.

Studt reagierte am Dienstag: „Der Verein Inter Türkspor aus Kiel hat keine Fördermittel des Landes aus dem entsprechenden Haushaltstitel erhalten“, sagte er. Unterstützt würden „interkulturelle Sportvereine, die in besonderem Maße Integrationsarbeit leisten, bei Investitionen, um räumliche und infrastrukturelle Probleme zu beheben“. Es stehe Inter Türkspor frei, sich wie alle anderen interkulturellen Sportvereine für eine entsprechende Förderung durch das Land zu bewerben. „Anträge auf Förderung liegen bislang nicht vor“.

Derweil wurde bekannt, dass Ministerpräsident Torsten Albig am Sonntag im Rahmen seiner Wahlkampftour an einer zweistündigen Talkrunde im Vereinsheim von Inter Türkspor teilnahm – zusammen mit der integrationspolitischen Sprecherin der SPD, der Eckernförder Landtagsabgeordneten Serpil Midyatli. Das bestätigte die für den Wahlkampf zuständige SPD-Parteizentrale. Die Verbindung von Inter Türkspor mit der Ditib, der satzungsgemäß bei Auflösung des Vereins das Vermögen zufließen soll, sei Albig nicht bekannt gewesen, teilte Sprecherin Mareike Overbeck mit. „Der Verein ist ein erfolgreicher Kieler interkultureller Verein. Dessen Auflösung steht nicht in Rede – vielmehr fußballerisch der Aufstieg in die neue Oberliga“. Die Finanzierung von Sportstätten sei nicht Gegenstand der Gespräche gewesen.

SPD-Fraktionschef Ralf Stegner betonte, es gebe „keine Nähe der SPD zu Erdogan-nahen Organisationen“. Die Ditib gilt als verlängerter Arm der türkischen Religionsbehörde.

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