Quiz : Polarforscher Arved Fuchs wird 65: Was der Abenteurer bisher erlebt hat

Arved Fuchs wird 65

Polarforscher Arved Fuchs steht vor seinen Seekarten.

Zum Feiern hat er keine Zeit: Der Weltenbummler plant bereits seine nächste Reise. An diesen Orten ist er schon gewesen.

Avatar_shz von
25. April 2018, 21:23 Uhr

Bad Bramstedt | Arved Fuchs wird am Donnerstag 65 Jahre alt. Mit seinem Schiff "Dagmar Aaen" hat er viele Gebiete der Welt besegelt. Er ist der erste Mensch, der sowohl den Nord- als auch den Südpol innerhalb eines Jahres zu Fuß erreicht hat.

Vor dem Fenster das Grün der Bäume, an der Wand eine große Karte der Erde. Die Abenteuer von Arved Fuchs beginnen in der beschaulichen Idylle Schleswig-Holsteins: In seinem Haus in Bad Bramstedt, in dem er auch aufwuchs, in dem er als kleiner Junge mit Karl-May-Büchern in seiner Fantasie zu Expeditionen aufbrach.

Dort plant er noch heute seine Vorhaben. Immer wieder zog es den Schleswig-Holsteiner in die kältesten Regionen unseres Planeten. "Man muss gesundheitlich in der Lage sein und man muss den inneren Drive haben", sagt er.

Fuchs hat eine Ausbildung bei der Handelsmarine gemacht und in Flensburg ein Studium der Schiffsbetriebstechnik begonnen, später aber abgebrochen. Seit 1977 startet Arved Fuchs regelmäßig zu Expeditionen: Er durchquert mit einem Hundeschlitten Grönland, umrundet im Faltboot Kap Hoorn und im Segelschiff den Nordpol.
 

Mit dem Hundeschlitten durch Grönland (1983)

Hundeschlitten Arved Fuchs
https://www.youtube.com/watch?v=4DBj4aiRDcI

Durch das Flachland von Grönland: Arved Fuchs ließ sich von Hunden ziehen.

1983 durchquerte er in 70 Tagen in einem von Hunden gezogenen Schlitten die schneebedeckten Weiten Grönlands. 2012 wiederholte er die Tour: Mit insgesamt 21 Schlittenhunden und drei Teammitgliedern fuhr er 800 Kilometer durch das ewige Eis.


 

Kennen Sie sich etwas mit Grönland aus? Wissen Sie, wie die Landesflagge wirklich aussieht?

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen


 

Mit dem Faltboot um Kap Hoorn (1984)

Arved Fuchs Kap Hoorn
https://www.youtube.com/watch?v=DiqVHiEqNYw

Fuchs hat die Insel Isla Hornos erreicht. Auf der Insel befindet sich die Landspitze Kap Hoorn.

In einem kleinen Faltboot kämpfte der Abenteuer gegen bis zu vier Meter hohe Wellen und umrundete im Winter 1984 die südlichste Spitze Chiles. Die Gegend ist eine der gefährlichsten für Seefahrer. Das Wetter schlägt dort schnell um. Stürme haben am Kap Hoorn mehr als 800 Schiffe versenkt. Der Übergang vom Atlantik in den Pazifik ist der größte Schifffriedhof der Welt.

2015 segelte Fuchs erneut um das Kap – diesmal mit der "Dagmar Aaen". Auf der Expedition Ocean Change besuchte er die Kapverdischen Inseln, Guinea-Bissau, Brasilien und Ushuaia.


 

Kennen Sie sich etwas mit Südamerika aus? Wissen Sie, welche Wasserstraße der Umrundung des Kap Hoorns eine sichere Alternative bietet?

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen


 

Die Polar-Expeditionen (1989)

Dagmar Aaen im Eis
dpa/Arved_Fuchs_Expeditionen

Seit Ende der 1980er Jahre gehört Arved Fuchs das Segelschiff "Dagmar Aaen", ein ehemaliger Haikutter.

 

Seit langem ist Fuchs einer der bekanntesten Polarforscher – mit extremen Touren zu Nord- und Südpol hat er Schlagzeilen gemacht. 1989 schafft er es als erster Mensch innerhalb eines Jahres zu Fuß zu beiden Polen: Bei brutaler Kälte von teils minus 56 Grad Celsius kämpft er sich in einem Team – neun Jahre nach einem gescheiterten Versuch – über Eisfelder, erreicht nach 1000 Kilometern und 56 Tagen am 14. Mai den Nordpol.

230 Tage später steht er gemeinsam mit Extrembergsteiger Reinhold Messner am Südpol, auf der Station erfahren sie vom Fall der Berliner Mauer, nach 92 Tagen sind sie die ersten Menschen, die die Antarktis zu Fuß durchquert haben.

Reinhold Messner in der Antarktis
dpa/Bernhart

Der Bergsteiger Reinhold Messner demonstriert mit Ski und Lastenschlitten, wie es ihm und Arved Fuchs auf ihrer Antarktis-Expedition ergangen ist.

 

Die Gemeinsamkeit der beiden endet allerdings in der Südpolstation. "Das, was eine Freundschaft hätte werden können, zerbrach an der Wirklichkeit, an den individuellen Interessen des Marketings in eigener Sache", hat Fuchs 2014 im "Spiegel" geschrieben.

Kennen Sie sich etwas mit den Polarregionen aus? Wissen Sie, wo Pinguine leben?
 

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen


 

Im Rettungsboot nach Südgeorgien (2000)

In einem nachgebauten Rettungsboot, der James Caird II, segelte er durch antarktische Gewässer zur Insel Südgeorgien und überquert diese zu Fuß.

Arved Fuchs vor seinem Rettungsboot
dpa/Ulrich Perrey

Das Boot übergab Fuchs 2007 an das Internationale Maritime Museum Hamburg.


 

Kennen Sie sich etwas mit Südgeorgien und den Südlichen Sandwichinseln aus? Wissen Sie, welche Sprache dort gesprochen wird?

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen


 

Segeltour durch die Nordost- (2002) und die Nordwestpassage (1993, 2003/2004)

Mit der "Dagmar Aaen" segelte Arved Fuchs durch die arktischen Passagen.

Passagenfahrten von Arved Fuchs
Von Maximilian Dörrbecker (Chumwa) - this map of the northern hemisphere, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63411375

Dank der künstlerischen Unterstützung des Expeditionsmalers Rainer Ullrich konnte Fuchs die Fahrt durch die Nordostpassage in Bildern dokumentieren.


 

Kennen Sie sich etwas mit der Eiskapazität auf der Erde aus? Wissen Sie, wo es mehr Eis gibt?

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen


 

Es geht wieder in die Arktis

"Meine Reisen haben sich natürlich auch im Laufe der Zeit verändert", erzählt Fuchs. "Früher war noch viel Extremsport dabei, heute geht es mehr um Inhalte wie Klimawandel und Umweltprobleme – wobei wir uns mit dem Schiff natürlich nach wie vor in extreme Fahrtgebiete und Rahmenbedingungen begeben." Mit spektakulären Aktionen gewinne man zwar schneller große Aufmerksamkeit, "aber ich muss mir und der Welt nicht mehr beweisen, dass ich segeln oder Ski laufen kann".

Schon lange macht er, wissenschaftlich begleitet, im vermeintlich ewigen Eis auf die Gefahren durch den Klimawandel aufmerksam. Für Verdienste um den Umweltschutz ehrte ihn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstorden.

Steinmeier überreicht Arved Fuchs Verdienstorden
imago/Sven Simon

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht Arved Fuchs den Verdienstorden.

 

Das Gemeinwesen lebe davon, "dass immer wieder Menschen den bequemen Beobachtungsposten verlassen" und sich einmischen, sagte Steinmeier. Fuchs bricht Ende Mai diesen Jahres in Hamburg wieder zu einer Tour auf. "Dann geht es für etwa vier Monate Richtung Arktis, im nächsten Jahr wird sie fortgesetzt." Erneuerbare Energien seien ein Thema dabei, sagt er und kritisiert: "Deutschlands Klimapolitik ist aktuell ganz und gar nicht ambitioniert – das finde ich sehr bedrückend und bedenklich.

Themen wie CO2-Emissionen und Klimawandel spielten in den Koalitionsverhandlungen kaum eine Rolle. Trotz aller Expeditionen: Ein Aussteiger sei er nie gewesen, sagt Fuchs. "Dieses Wandern zwischen zwei Lebenswelten – ich bewege mich über das Eis in Grönland mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie über die Mönckebergstraße in Hamburg – ist für mich ganz normal, da gibt es kein Fremdeln." Nach einiger Zeit daheim locke aber wieder der Aufbruch.

Fuchs will noch lange reisen

"Abenteuer ist zuallererst die Bereitschaft, gedanklich aufzubrechen, um das scheinbar Unmögliche möglich zu machen. Und wenn man sich entschieden hat, muss man alles auf ein sehr realistisches Maß herunterbrechen. Mit Romantik und Heldentum hat das nichts zu tun." Auch sei nichts so wichtig, dass er dafür Menschenleben gefährden würde, betont Fuchs. "Ich mache nichts um jeden Preis", sagt der Mann, für den dieser Geburtstag einer wie andere ist. "Es gab für mich nie irgendwelche Daten, an denen ich das Ruder herumreißen und etwas völlig anderes machen wollte."

Er habe noch viel vor, sagt Fuchs beim Blick auf die Weltkarte an der Wand: "Ich finde die Erde als solches faszinierend. Mein Leben wird nicht ausreichen, um alle meine Pläne und Ziele zu realisieren." Feiern will er den 65. angesichts des vollen Kalenders nur mit seiner Frau und im kleinen Familienkreis. "Die große Party holen wir später nach."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen