Podcasts aus Schleswig-Holstein : Whiskey, Kühe und Transsexualität – worüber Podcaster im Norden sprechen

Die Podcast-Szene in Schleswig-Holstein ist klein, aber facettenreich. Es geht vom Nischenthema Hai-Filme bis Elmshorn.

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12. Januar 2018, 17:13 Uhr

Die meisten tun es beim Abwaschen, Kochen oder Auto fahren – Podcasts hören. Dieses Nebenbei-Medium fasziniert immer mehr Hörer. Auch shz.de hat mit „Schnack & Thumby“ (alle bisher erschienen Episoden können Sie nachhören unter: www.shz.de/podcast) im vergangenen Jahr einen eigenen Podcast gestartet. Dennoch ist die Angebotspalette an Podcast-Sendungen aus und über Schleswig-Holstein noch recht überschaubar. Doch die Podcasts, die es bereits gibt, lohnen sich allemal zum Hören. shz.de hat eine Auswahl zusammengestellt.

Zunächst aber noch einige wichtige Infos zu Podcasts:

Was ist ein Podcast?

Podcasts sind Mediendateien zum Hören, die über das Internet verbreitet werden. Das Wort setzt sich zusammen aus der englischen Rundfunkbezeichnung Broadcasting und dem weltweit meistverkauften tragbaren Musikabspieler, dem iPod. Heute werden Podcasts vor allem über Smartphones gehört.

Wer hört Podcasts?

Auf dem amerikanischen Markt sind Podcasts mittlerweile ein beliebtes Medium. Erfolgsserien wie „Serial“ erreichen locker Downloadzahlen im zweistelligen Millionenbereich. In Deutschland geht der Trend ebenfalls nach oben – aber langsam. Die letzte ARD/ZDF-Onlinestudie zeigte, dass 13,1 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung zumindest gelegentlich Podcasts hören. Im Vorjahr waren das noch 11 Prozent. Und bei den 14 bis 29-Jährigen sind es bereits 26,5 Prozent.

Wo kann man Podcasts abrufen?

Wichtigste Anlaufstelle für Podcasts bleibt iTunes und die dazugehörige Podcast-App für Apple-Geräte: Hierüber findet ein Großteil der Hörer die Angebote. Doch Streaming-Anbieter wollen dem Konkurrenz machen. So bietet etwa Spotify mittlerweile eine breite Palette an Podcasts an, die zum Großteil auch über iTunes verfügbar sind. Außerdem betreibt der Dienst den exklusiven Podcast „Fest und Flauschig“, in dem sich Jan Böhmermann und Olli Schulz wöchentlich „über dies und das und jenes“ unterhalten. Auch der Konkurrent Deezer konnte sich ein bekanntes Duo sichern: Moderatorin Sarah Kuttner und Medienjournalist Stefan Niggemeier quatschen in „Das kleine Fernsehballett“ über Serien und TV-Shows.

 

Das ist die shz.de-Auswahl an Podcasts aus Schleswig-Holstein: 

Jörn Schaars feiner Podcast

Der Macher

Jörn Schaar, 38 Jahre alt, seit 2012 Reporter für Radio, Online und Fernsehen im NDR-Studio Heide

Jörn Schaar spricht aktuell in vier Podcasts.
Foto: Jörn Schaar

Jörn Schaar spricht aktuell in vier Podcasts.

 

Die Themen

Der Radiomoderator produziert nicht nur „Jörn Schaars feiner Podcast“, sondern ist als Sprecher in verschiedenen Podcasts aktiv. In What's in your pants? geht es um den transsexuellen Mann Toby (34) auf seinem Weg durch die Transition. „Das kann mal sehr tiefsinnig und emotional sein und auch mal seeehr flach und mit pubertärem Untenrum-Humor garniert“, sagt Schaar. Der Podcast erscheint zwei Mal im Monat und ist auch für den Publikumspreis Sonstiges/Sport beim Deutschen Podcastpreis 2018 nominiert. Zur Abstimmung geht es hier.

Ein ganz anderes Thema beschäftigt Schaar in einem weiteren Podcast: Es geht um Haie. Im „Haialarm“-Podcast, der einmal im Monat erscheint, werden Hai-Trash-Filme vorgestellt, Schaar sagt: „Sharknado kennen vielleicht noch einige und dann hört es meist auch schon auf, es gibt da echte Perlen wie „Shark Attack in Beverly Hills“ oder „3-Headed Shark Attack“.

Der dritte Podcast von Jörg Schaar heißt „Nord-Süd-Gefälle“. Darin unterhält er sich einmal im Monat mit Dotti aus dem Allgäu „über Dinge, die in Nord- und Süddeutschland so passieren, es geht aber auch mal um regionale Brauchtümer oder Spezialitäten.“

Und schließlich ist da noch „Jörn Schaars feiner Podcast“. Darin berichtet der Moderator wöchentlich über „all das, was nirgends sonst hinein passt, ein Tagebuch-Podcast eben“.

Mit dem Podcasten begann Schaar vor etwas mehr als vier Jahren. Damals veröffentlichte er die erste Folge des Haialarm-Podcasts. „Ich hatte vorher schon selbst viele Podcasts gehört und hatte das Bedürfnis nicht mehr nur passiver Teil dieser Community zu sein“, sagt Schaar.

Der Aufwand

Der Aufwand für die Produktion der vier Podcasts ist für Jörn Schaar recht unterschiedlich. Am meisten Zeit benötigen er und sein Mitpodcaster Benni für den Haialarm-Podcast, Schaar erklärt: „Wir sprechen mit den Verleihfirmen und holen die Rechte dafür ein, Ausschnitte aus den Filmen benutzen zu dürfen. Diese Ausschnitte fertigen wir danach selbst an, schreiben eine Zusammenfassung und durchforsten das Fernsehprogramm nach Sendeterminen für Hai-Filme.“

Den Podcast „What's in your pants?“ bereitet Schaars Mitpodcaster Toby hingegen fast allein vor, „da sitze ich nur daneben und stelle halbqualifizierte Fragen“, sagt Schaar.

Noch in Grenzen halte sich der Aufwand für ihn auch bei der Produktion vom „Nord-Süd-Gefälle“ und „Schaars feinem Podcast“, sagt Schaar. Allen vier Produktionen sei gemein, dass Schaar nach der Aufzeichnung in der Regel die Postproduktion übernehme, wozu es etwa gehöre, unter anderem Versprecher herauszuschneiden, den Ton abzumischen, Kapitelmarken einzupflegen und die Audio-Dateien in den Podcastfeed einzubauen. Den Aufwand dafür gibt Schaar mit dem 1,2-fachen der Episodenlänge an.

Die Resonanz

„Haialarm“ bedient als Nischen-Podcast eine „sehr spitze Zielgruppe“. Trotzdem erreicht Schaar und Mitpodcaster Benni „verhältnismäßig viel positives Feedback über Twitter und im Blog“.

Auch beim Nord-Süd-Gefälle gelingt es Schaar und seiner Mitpodcasterin, die Hörer miteinzubinden. „Sie schaffen einen Mehrwert, indem sie uns Fotos von ungewöhnlichen Automaten schicken“, sagt Schaar. Eine Hörerin trägt diese Bilder in einer interaktiven Karte ein.

Hochemotional sei das Feedback, das Jörn Schaar und Mitpodcaster zu „What's in your pants?“ erhalten. „Es ist wahnsinnig toll, wie sich unsere Hörer mit eigenen Geschichten einbringen und offenbar helfen wir auch Menschen dabei, ihre eigene Transition durchzustehen oder die Transition anderer Menschen besser verstehen zu können“, sagt Schaar.

Kuhverstand

Der Macher

Christian Völkner, 31 Jahre alt, Landwirt aus Eggebek (Kreis Schleswig-Flensburg), seit 2004 in der Milchviehhaltung tätig

Christian Völkner ist Landwirt in Eggebek.
Foto: Christian Völkner

Christian Völkner ist Landwirt in Eggebek.

 

Die Themen

Landwirte hören viel Radio. Auch Christian Völkner. Doch irgendwann bringt ihm das Programm zu wenig Abwechslung. Also stellt er auf Podcasts um, hört in seinem Traktor beim Pflügen Sendungen zu Themen, die ihn interessierten. Allein dabei bleibt es nicht. Der Landwirt will selber Podcasts produzieren. „Ich wollte Dinge, die mir Spaß machen, verknüpfen“, sagt Völkner. Das sind die Arbeit auf dem familiengeführten Milchviehbetrieb mit 140 Kühen und Futterbau sowie das Internet. Völkner verknüpft beides, heraus kommt ein Podcast für Milchviehalter und Herdenmanager.

Mitte März 2017 erscheint die erste Folge des Podcasts, mittlerweile sind es um die 30. Darunter ist zum Beispiel auch ein Interview mit einer Professorin aus Kanada, die im Bereich Tierwohl forscht. „Es ist einfach toll, mit solchen Leuten über die Zukunft der Landwirtschaft zu sprechen“, sagt Völkner. Eine neue Folge des Podcasts erscheint alle zwei Wochen mittwochs, die Länge variiert zwischen 20 und 30 Minuten.

Mit dem Podcast baut sich Völkner auch ein neues berufliches Standbein. Der Hof wird am Ende des Jahres 2018 verpachtet, die Kühe verkauft, Völkner selbst macht eine Ausbildung zu systemischen Coach. „Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es für mich sinnvoller ist, den Michviehbetrieb nicht weiterzuführen, obwohl ich es eigentlich wollte. Ich könnte jedoch nur etwa 100 Kühe und mir selbst Lebensqualität bieten, als Coach kann ich vielmehr erreichen.“ Auf vielen Betrieben sei Entwicklung in vier Bereichen notwendig: „Herdenführung, Mitarbeiterführung, sich selbst führen und Veränderungsprozesse führen“, sagt Völkner. Die vier Bereiche sind auch Themen in seinem Podcast.

Der Aufwand

Für Völkner bedeutet das Erstellen eines eigenen Podcasts zu Beginn vor allem eines: viel Arbeit. Er holt sich auch Rat von Experten auf dem Gebiet, besorgt sich entsprechende Technik, gibt eine eigene Internetseite in Auftrag. Als Faustzahl für die Podcast-Produktion gibt Völkner an: „Die Episoden-Zeit mal 10. Das ist lang, liegt aber auch etwas an meinem Anspruch. Ich will nicht einfach einen ,Labberpodcast`verbreiten, sondern ich bereite mich auf ein Thema vor, nehme dann den Podcast auf, schneide noch etwas und verbessere auch den Ton.“

Die Kosten

Für die Anschaffung der Technik gab Völkner insgesamt etwa 500 Euro (Headset ca. 250 Euro, Audiorecorder etwa 150 Euro, Mischpult um die 100 Euro) aus. „Hier muss jeder selbst entscheiden, was er bereit ist, zu investieren“, sagt Völkner. Er empfiehlt: „Erstmal mit der Technik loslegen, die man schon besitzt“.  Für ihn kommen auch noch Kosten für das Aufsetzen seiner Webseite (500 bis 600 Euro) dazu, außerdem für das Hosting der Seite (etwa fünf Euro pro Monat) und für das Hosting der Audioinhalte noch einmal zehn Euro monatlich.

Die Resonanz

Am Anfang sei die Resonanz noch verhalten gewesen, sagt Voelkner. Doch so langsam steigen seine Hörerzahlen, inzwischen seien es zwischen 200 und 1000 Downloads pro Folge.

Feuilletöne

Die Macher

Thorsten Martinsen und Jennifer Windhorst moderieren den Podcast Feuilletöne, der wöchentlich erscheint.
Foto: Martinsen/Windhorst

Thorsten Martinsen und Jennifer Windhorst moderieren den Podcast Feuilletöne, der wöchentlich erscheint.

Thorsten Martinsen lebt in Flensburg, ist 47 Jahre alt und arbeitet als Bürokraft. Jennifer Windhorst lebt in Bielefeld und ist im Verlagswesen tätig Sie hat Germanistik und Anglistik studiert und ist 30 Jahre alt.

Thorsten Martinsen und Jennifer Windhorst beginnen im Juli 2012 mit dem Podcast. Zuvor lernen sie sich über einen Chat während einer Livesendung im Internet kennen. Schon wenige Monate später beschließen sie, zusammen eine eigene Sendung zu produzieren.

Die Themen

Im Mittelpunkt von Feuilletöne steht die klassische Kultur. Die Moderatoren besprechen klassische und aktuelle Romane oder Werke der Philosophie, genauso reden Herr Martinsen und Frau Windhorst über aktuelle Musikalben (Klassiker aus den Bereichen Rock, Indie, Alternative, Klassik oder Jazz) und sie diskutieren Filme, Serien, Dokumentationen, Konzerte oder TV-Sendungen, die aktuell oder älter sind. Zu aktuellen Alben und Romanen geben die Moderatoren als Orientierung für ihre Hörer Bewertungen ab, am Ende eines Jahres präsentieren sie ein Best-of der jeweiligen Rubrik. 

Die Podcast-Sendungen sind sowohl im Internet als auch über das Radio (in Kiel und Nordfriesland über UKW) zu hören. Es gibt Unterschiede zwischen der Web- und der Radioversion. So steht auf dem Sendungsplan fürs Internet Whisky trinken, auf dem fürs Radio aber nicht. Die Whisky-Probe für Hörer im Internet fällt unter die Rubrik „Verkostet“, vorzugsweise genehmigen sich die Moderatoren Single Malt und bewerten diesen für ihre Hörer auf einer Skala von 1 bis 7. Anstelle der Verkostung gibt es im Radio Musik. Zu jeder für das UKW produzierten Sendung gibt es im Internet auch einen Stream, der auf der Webseite verlinkt ist.

Die Resonanz

Die Moderatoren erreichen immer mal wieder Kommentare mit Kritik, Ergänzungen oder Lob. Vor allem via Twitter, hier würde am häufigsten zu dem Podcast kommentiert, sagt Martinsen. Auch auf dem eigenen Blog wachse die Anzahl der Kommentare. Zudem gebe es auch monetäre Zuwendungen, angesichts der Zeit und der Kosten, die in die Produktion fließen, sei dies auch sehr wichtig, sagt Martinsen.

Der Aufwand

Um die Rubriken „Gelesen“, „Gehört“, und „Gesehen“ zu bestücken, müssen pro Woche ein Buch gelesen, ein Album gehört und ein Film, eine Serie oder eine TV-Sendung angesehen werden. Die Eindrücke bringen die Moderatoren zu Papier und verfassen einen Text für jede Episode. Für den Podcast produzieren, schneiden und veröffentlichen sie zwei Sendungen, eine für das Internet, eine fürs Radio. Als Zeitaufwand gibt Martinsen drei bis vier Tage in der Woche an.

Die Kosten

Für den Server, auf dem die Audiodateien liegen, die Homepage und den Mailserver schlagen nach Angaben von Martinsen etwa 100 Euro im Jahr zu Buche. Hinzu kommen Ausgaben für Mikrofone, Audiointerface und das Schnittprogramm. Dafür belaufen sich die Kosten bei Martinsen und Windhorst auf jeweils circa 250 Euro für ein Audiointerface, je 1500 Euro für den Arbeitsrechner (Macs), Mikrofone und Zubehör jeweils etwa 5000 und die Digital Audio Workstation (kurz DAW), meint das Schnittprogramm, rund 400 Euro. Martinsen weist daraufhin, dass dies ein hoher finanzieller Aufwand sei, der aber nicht unbedingt notwendig sei, um podcasten zu können.

Moin Elmshorn

Die Macher

Jens-Peter Horst, 28 Jahre alt, Erzieher und Felix Schubert, 28 Jahre alt, Bootsbauer, beide wohnen in Elmshorn

Die Moderatoren von „Moin Elmshorn“: Jens-Peter Horst (r.) und Felix Schubert (l.).
Foto: Moin Elmshorn

Die Moderatoren von „Moin Elmshorn“: Jens-Peter Horst (r.) und Felix Schubert (l.).

 

Die Themen

Die beiden Elmshorner Jens-Peter Horst und Felix Schubert kennen sich schon aus der Schule. Auch wenn sie Berufe in unterschiedlichen Bereichen ausüben, verbindet sie ihre Heimatstadt Elmshorn. Darüber berichten sie in ihrem Podcast. In einer Presseschau fassen sie regelmäßig zusammen, was in ihrer Stadt passiert. Weil sie selbst keine ausgebildeten Journalisten sind, bedienen sich Jens-Peter Horst und Felix Schubert dazu aus verschiedenen regionalen Nachrichtenquellen. Ihren Anspruch erklärt Jens-Peter Horst: „Da wir keine Journalisten sind, sondern pro bono arbeiten, können wir keine Garantie für Richtigkeit und Vollständigkeit übernehmen, sondern wir wollen unsere Hörer vor allem auf den aktuellen Stand bringen und animieren, sich selbst tiefer in ein Thema einzulesen.“ Doch die beiden Elmshorner fassen nicht nur zusammen, sondern sie wollen auch eigene Geschichten erzählen. „In letzter Zeit haben wir uns auch wieder verstärkt selbst auf den Weg gemacht. Wir haben Interviews geführt und waren auch bei Ausschusssitzungen im Rathaus“, sagt Horst.

Der Aufwand

Eine Aufzeichnung von „Moin Elmshorn" läuft recht entspannt ab. „In der Regel nehmen wir sonntags auf und verbinden die Sondierung der Themen mit einem Frühstück oder Kaffee. Rund drei Stunden nimmt eine Produktion in Anspruch, in gemütlicher Arbeitsatmosphäre“, sagt Jens-Peter Horst.

Die Resonanz

Über mangelndes Interesse für ihre Arbeit können sich die beiden nicht beklagen. Mittlerweile gäbe es pro Folge mehrere Hundert Hörer und: „Die Resonanz steigt stetig und bislang haben wir auch ausschließlich positives Feedback bekommen“, sagt Horst.

Schleswig-Holstein Podcast

Der Macher

Henry Krasemann, 45 Jahre alt, verheiratet, ein Kind, Referatsleiter beim Unabhängigen Landeszentraum für Datenschutz Schleswig-Holstein, weitere Podcasts: KielPod, Spiele-Podcast.de und Jurafunk.de

Henry Krasemann reist für den Schleswig-Holstein Podcast an besondere Orte, wie zur Fußball-WM 2014 in den Ortsteil Brasilien der Gemeinde Schönberg (Kreis Plön).
Foto: Henry Krasemann

Henry Krasemann reist für den Schleswig-Holstein Podcast an besondere Orte, wie zur Fußball-WM 2014 in den Ortsteil Brasilien der Gemeinde Schönberg (Kreis Plön).

 

Die Themen

Für den Schleswig-Holstein Podcast besucht Henry Krasemann besondere Orte in Schleswig-Holstein. Gestartet ist der Kieler im April 2009. In der ersten Folge gibt er einen Bericht über Hausboote auf der Schlei und stellt einen Audioguide im Landesmuseum Gottorf vor. 116 Folgen später endet der Schleswig-Holstein Podcast mit einem Ausflug in die Gegend „Hungriger Wolf“ nahe Itzehoe.

Alle Orte, die Henry Krasemann für seinen Podcast besucht hat, sind auf dieser Karte verzeichnet:

 

Der Aufwand

Die meiste Zeit für die Produktion des Schleswig-Holstein Podcast nimmt die Recherche in Anspruch. Einsprechen und Schneiden läuft schneller, „in der Regel eine Stunde“, sagt Krasemann.

Die Resonanz

Am 16. September 2014 erschien die letzte Folge des Schleswig-Holstein Podcasts. Bis dahin hatte Henry Krasemann über fünf Jahre lang 117 Stücke produziert. Doch um weiterzumachen, fehlte ihm „Feedback zur anhaltenden Motivation“. Es seien zwar auch Folgen von einigen anderen Webangeboten übernommen worden, sagt Krasemann, doch zu selten habe er Rückmeldungen erhalten, ob die Folgen auch tatsächlich gehört wurden. Einige Downloads habe es zwar gegeben (zur Hochzeit läuft der Podcast auch beim Offenen Kanal Westküste), doch am Ende war die Resonanz für Krasemann nicht ausreichend.

Ähnlich verhält es sich bei einem zweiten Podcast von Krasemann, dem KielPod. In 1600 Folgen berichtete Krasemann über die Landeshauptstadt, doch zuletzt ist auch bei diesem Podcast das Feedback zu gering, ebenso endet die Verbreitung über den Offenen Kanal.

Besser ist die Resonanz bei den aktuellen Podcast-Projekten, Spiele-Podcast.de und Jurafunk.de, die nach Angaben von Krasemann mehrere tausend Hörer haben.   

Schnack & Thumby

Die Macher

Onlineredaktion von shz.de, Moderatoren einer Sendung sind immer zwei Redakteure

Das Podcast-Team der ersten Folge: Technikerin Victoria Lippmann (r.), Sprecherin Mira Nagar (M.) und Sprecher Maximilian Matthies.
Foto: shz.de

Das Podcast-Team der ersten Folge: Technikerin Victoria Lippmann (r.), Sprecherin Mira Nagar (M.) und Sprecher Maximilian Matthies.

 

Die Themen

Die zwei Moderatoren bei „Schnack & Thumby“ sprechen in jeder Sendung über Themen und Nachrichten aus Schleswig-Holstein. Dazu rufen sie ihre Kollegen in den Lokalredaktionen an, die über Hintergründe ihrer Artikel berichten. Dabei kann es um die Recherche gehen oder auch die Lesermeinungen zu einem bestimmten Thema. Gerne gehört werden im Podcast auch externe Gäste, die meist auch über Telefon in die Sendungen geschaltet werden. Der wöchentlich erscheinende Podcast gibt aber nicht nur einen Rückblick, sondern die Moderatoren blicken auch voraus auf die Themen der kommenden Woche.

Der Aufwand

Für die Produktion sind drei Redakteure zuständig. Die beiden Sprecher bereiten die Themen der Sendung vor. Dazu wählen sie die Gesprächspartner aus, vereinbaren die Telefontermine und tragen die nötigen Infos zusammen. Um die Aufnahme und den Schnitt kümmern sich Redakteure aus dem Videoteam, die bei shz.de auch die Experten für Audioproduktionen sind. Pro Redakteur umfasst die Vor- und Nachbereitung sowie die Aufnahme einer Sendung einen Arbeitstag.

Die Resonanz

„Schnack &Thumby“ befindet sich noch in einer Art Probier-Stadium. In die Sendung schalten themenabhängig mal 800, dann auch mal wieder 1500 Hörer. Den Moderatoren ist sehr gelegen daran, über Themen zu berichten, die ihre Hörer besonders interessieren, Vorschläge bitte an: onlineredaktion@shz.de.

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