zur Navigation springen

"25 Nagasaki-Atombomben" : Plutonium-Transport nach Brokdorf geplant

vom

In den kommenden Tagen sollen zwei Lkw mit 200 Kilogramm Plutonium nach Brokdorf fahren. Die Organisation Ausgestrahlt fordert ein Verbot des Transports.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2013 | 10:50 Uhr

Hamburg | Der Schreck über das Feuer auf einem Schiff mit atomarer Ladung im Hamburger Hafen hat sich kaum gelegt, da verkündet die Anti-Atom-Organisation Ausgestrahlt die nächste Hiobsbotschaft. Danach soll für die kommenden Tage ein Straßentransport mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen vom belgischen Dessel zum schleswig-holsteinischen Brokdorf geplant sein.
Anders als herkömmliche Brennelemente eines Kernkraftwerks bestehen die MOX-Elemente nicht nur aus natürlichem Uran in Form von reinem Urandioxid. Stattdessen enthalten diese Mischoxid-Brennelemente neben Urandioxid auch ein weiteres Oxid, meist Plutoniumdioxid. Die insgesamt zwölf Elemente des geplanten Transports sollen nach Informationen von Ausgestrahlt 200 Kilogramm Plutonium enthalten - eine Menge, mit der sich "25 Atombomben vom Nagasaki-Typ bauen ließen und das schon in allerkleinsten Mengen tödlich ist", warnt Jochen Stay, Sprecher der Organisation.

Keine offizielle Bestätigung für den Transport


Als besondere Gefahr sieht er es an, dass die Brennelemente auf der Straße und zudem direkt duch die Millionenstadt Hamburg transportiert werden sollen. Schließlich sei Plutonium hochtoxisch, "eine Dosis im zweistelligen Milligrammbereich ist für Menschen tödlich", sagt Stay. Es fehlten Katastrophenschutzpläne für Unfälle mit einem MOX-Transport. Stay: "Das ist nicht nur bei Verkehrsunfällen ein unverantwortbares Risiko."
Eine Bestätigung für den Transport gibt es bislang von offizieller Seite nicht.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen