Digitalisierung der Landwirtschaft : Per Satellit übers Feld: Bauern in SH bekommen bessere GPS-Daten

Precision Farming: Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation stellt in einer dreijährigen Testphase ein Satellitenkorrektursignal für Landwirte in Schleswig-Holstein zur Verfügung.

Precision Farming: Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation stellt in einer dreijährigen Testphase ein Satellitenkorrektursignal für Landwirte in Schleswig-Holstein zur Verfügung.

Landmaschinen können mit den Korrekturdaten eine gelernte Strecke autonom abfahren und punktgenau Saatgut oder Dünger ausbringen.

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01. Juni 2018, 14:00 Uhr

Gnutz | Schleswig-Holsteins Landwirte bekommen bessere GPS-Daten. Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein hat am Freitag entsprechende Satellitenkorrekturdaten zur Verfügung gestellt.

Mit dem sogenannten reduzierten hochpräzisen Echtzeit-Positionierungsservice R-HEPS unterstütze das Landesvermessungsamt in einer dreijährigen Pilotphase vorrangig das Precision Farming – eine moderne, meist digitale Form der Landwirtschaft, sagte Innenstaatssekretärin Kristina Herbst in Gnutz (Kreis Rendsburg-Eckernförde).

Im Februar hatte der Landtag beschlossen, die Korrekturdaten für zunächst 400 Geräte per Flatrate zur Verfügung zu stellen. Diese soll pro Gerät 150 Euro im Jahr kosten. Mit Hilfe des R-HEPS können Landmaschinen eine zuvor gelernte Strecke autonom abfahren und punktgenau Saatgut oder Dünger ausbringen.

Betriebsleiter Arno Nehlsen hat in Osterrade bisher nur einen Schlepper mit dem bis auf zwei Zentimeter genauen RTK-Signal aufgestattet.
Dana Ruhnke
Betriebsleiter Arno Nehlsen hat in Osterrade bisher nur einen Schlepper mit dem bis auf zwei Zentimeter genauen RTK-Signal aufgestattet.

„Per Hand schafft ein richtig guter Fahrer etwa 20 Zentimeter Abweichung – in den ersten Stunden und bei guter Sicht“, erklärte Arno Nehlsen, Betriebsleiter auf dem Gut Osterrade (Rendsburg-Eckernförde), bei einer Probefahrt mit dem intelligenten Fahrsystem. Mit Hilfe des Korrektursignals könnten somit sonst übliche Überlappungen bei der Bearbeitung von Feldern auf ein Minimum begrenzt werden. Das habe ökonomische sowie ökologische Vorteile, so Nehlsen.

Nach Einschätzung des Bauernverbandes seien Landwirte ab einer Betriebsgröße von 80 Hektar bereit, in ein Parallelfahrsystem für ihre Landmaschinen zu investieren. Dieses ist Voraussetzung für satellitengesteuertes Fahren. Die Kosten dafür liegen bei um die 10.000 Euro pro Fahrzeug.

mit dpa

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