Tierschutz : Zwischenbilanz: Rund 200 Heuler in der Seehundstation Friedrichskoog

Die Robben-Waisen bleiben meist zwei bis drei Monate in der Station.
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Die Robben-Waisen bleiben meist zwei bis drei Monate in der Station.

In dieser Saison sind fast 200 verwaiste Seehunde in Friedrichskoog aufgepäppelt worden.

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01. Juli 2017, 10:29 Uhr

Friedrichskoog | In der Seehundstation Friedrichskoog sind in diesem Jahr schon mehr als 190 Heuler aufgenommen worden. Die Geburtenzeit der Seehunde im Wattenmeer dauert noch bis Ende Juli, wie eine Sprecherin der Station sagte. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 293 von ihren Müttern verlassene Seehunde erfolgreich aufgezogen.

Ein junger Seehund in Friedrichskoog.
Foto: dpa

Ein junger Seehund in Friedrichskoog.

Die Robben-Waisen bleiben bis zu ihrer Auswilderung meist zwei bis drei Monate in der Obhut der Tierschützer. In diesem Jahre werden die ersten Heuler voraussichtlich Ende Juli zu ihren Artgenossen im Wattenmeer zurückkehren können, sagte Biologin Eva Baumgärtner.

Der erste Heuler der Saison wurde am 25. Mai einsam am Strand Fuhlehörn auf Nordstrand gefunden. Er wurde Polli genannt.

Auf dem Weg der Besserung: Das Robben-Baby Polli erholt sich im Aufzuchtbecken der Seehundstation Friedrichskoog.
Foto: Wolfgang Runge/dpa

Auf dem Weg der Besserung: Das Robben-Baby Polli erholt sich im Aufzuchtbecken der Seehundstation Friedrichskoog.

 
Was ist eigentlich ein Heuler?

Heuler sind Seehund-Jungtiere, die ihre Mutter verloren haben. Über 150 dieser Tiere werden in Friedrichskoog pro Saison aufgepäpelt.

Woran erkenne ich Seehunde der Aufnahmestation?

In freier Wildbahn sind sie an einer roten Marke zu erkennen. Gelbe Marken lassen auf die Obhut der Seehundstation Norddeich (Niedersachsen) schließen. Bei mehrfarbigen Marken wurden die Seehunde in den Niederlanden aufgezogen. Auch grüne Kennzeichnungen gibt es. In diesen Fällen hat ein Seehundjäger das Tier markiert.

Was mache ich, wenn ich einen Heuler finde?

Selbst wenn man den Verdacht hat, dass es sich bei einem Tier um einen verlassenen Heuler handelt, darf man es nicht anfassen. Stattdessen sollte man den zuständigen Seehundjäger oder den Naturschutzverband informieren.

Helgoland: Seehundjäger siehe aktueller Aushang am Fähranleger; 04725-7787 (Verein Jordsand)

Amrum: 04682-1635 (Öömrang Ferian i.f.); 04682-2718 (Schutzstation Wattenmeer)

Föhr: 04681-1313 (Schutzstation Wattenmeer)

In der Aufzuchstation Friedrichskoog kann man die Seehunde und Kegelrobben als Besucher täglich von 10 bis 18 Uhr beobachten. Fütterungszeiten: 10.30, 14 und 17.30 Uhr. Seehundstation Friedrichskoog e.V., An der Seeschleuse 4, 25718 Friedrichskoog, Tel.:  04854/1372.

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