Hohenwestedt : Zwei Arbeiter von Betonwand erschlagen

Den Unfall auf dem Betriebsgelände bekam niemand mit. Erst die Angehörigen fanden die beiden toten Männer in der Nacht. Foto: Sinn
1 von 2
Den Unfall auf dem Betriebsgelände bekam niemand mit. Erst die Angehörigen fanden die beiden toten Männer in der Nacht. Foto: Sinn

Sie machten Überstunden und waren allein in dem Betrieb: Zwei Arbeiter wurden von einem fünf Tonnen schweren Betonelement erschlagen. Familienangehörige fanden die Toten.

Avatar_shz von
02. November 2008, 12:45 Uhr

Donnerstagabend in Hohenwestedt: Alle 140 Mitarbeiter der Firma Bartram sind schon nach Hause gegangen, haben ihre Arbeit getan. Nur zwei türkischstämmige Lohnarbeiter verfugen noch Betonelemente auf dem Hof. Die Firma stellt Fertighallen her.
"Die Beton-Elemente sind wie Dominosteine aufgereiht und normalerweise gegen Umsturz gesichert", erklärt Geschäftsführer Klaus Bartram. Die beiden Arbeiter jedoch hatten wohl bei einem Element die Sicherung gelöst und nicht wieder eingesteckt. Das tonnenschwere Bauteil gerät ins Schwanken. Es kippt zur Seite gegen ein gesichertes Betonstück, beide Männer werden eingequetscht. Die Betonklötze sind vier Meter lang, zwei Meter hoch, fünf Tonnen schwer.
Angehörige finden die Toten
Niemand bemerkt etwas von dem Unfall. Erst als er nicht nach Hause kommt, machen sich Angehörige des einen Arbeiters von Kiel aus auf den Weg zum Betrieb. Dort sehen sie sofort das schreckliche Bild, rufen Polizei und Rettungsdienst. Doch der kommt zu spät - die beiden Männer sind tot.
"Sie wurden um 23.30 Uhr gefunden. Der Unfall dürfte sich Stunden davor ereignet haben", sagt Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Wann genau, steht nicht fest. "Irgendwann zwischen Feierabend und 23.30 Uhr." Ein weiteres Rätsel für die Polizei ist der zweite Arbeiter: "Seine Identität steht noch nicht fest, er hatte keine Ausweispapiere bei sich", sagt Hinrichs. Er schließt nicht aus, dass beide Opfer miteinander verwandt sein könnten.
Die Staatsanwaltschaft Kiel hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. "Ein Sachverständiger wurde bestellt", sagt Oberstaatsanwalt Uwe Wick. Sein Gutachten soll offene Fragen klären. Es wird jedoch nicht vor Beginn kommender Woche erwartet. Allerdings deute nichts auf eine strafbare Handlung, sondern einen Arbeitsunfall hin, sagt Polizeisprecher Hinrichs.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen