20 Jahre Mauerfall : "Zug der Freiheit" rollt von Prag nach Hof

5. Oktober 1989
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5. Oktober 1989

Zum zwanzigsten Jahrestag des Mauerfalls erinnert die Stadt Hof in Bayern an die Flüchtlingszüge. Mit ihnen wurden im Herbst 1989 tausende DDR-Bürger in die Bundesrepublik transportiert.

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03. Oktober 2009, 11:49 Uhr

Die Menschen waren nach einem Ungarn-Urlaub in die Prager Botschaft geflüchtet. Nach zähen Verhandlungen des damaligen Außenministers Hans-Dietrich Genscher (FDP) und der DDR-Führung wurde den Flüchtlingen die Ausreise in den Westen am 30. September 1989 gewährt. Die Machthaber in Ost-Berlin wollten die Ausreise ihrer "abtrünnigen Bürger" aber über ihr eigenes Staatsgebiet abwickeln. Entlang der Strecke zwischen Schöna und Gutenfürst kam es deshalb zu Protesten der DDR-Bevölkerung, in Dresden auch zu Ausschreitungen. Einige Menschen versuchten, auf die durchfahrenden Züge aufzuspringen, was allerdings angesichts der massiven Staatsmacht misslang.
Unter grenzenlosem Jubel hatte der Politiker vom Balkon der Prager Botschaft herab die Genehmigung zur Ausreise verkündet, als "Schrei von Prag" ging der Jubel von Damals in die Geschichtsbücher ein. Jetzt wird der "Zug der Freiheit" erneut auf die historische Strecke von Prag über Dresden und Plauen geschickt. Am Abend trifft er dann gegen 19 Uhr auf dem Bahnhof von Hof in Bayern ein. An Bord des Zuges sind Flüchtlinge und Augenzeugen von einst. In einigen Waggons werden Bilder und Filme aus der bewegenden Epoche der Grenzöffnung gezeigt und auf dem Bahnhof wird ein Denkmal enthüllt.

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