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Freiwillige Feuerwehr : Zu wenig Personal: Friedrichstadt droht die Pflichtwehr

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Freiwillig kommt kaum noch jemand: Bald könnte Friedrichsstadt eine Pflichtwehr bekommen – es machen zu wenige Leute ehrenamtlich mit. In der Pflichtwehr muss dann jeder löschen, der diensttauglich ist.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 20:33 Uhr

Friedrichstadt | Alarm bei der Freiwilligen Feuerwehr: Weil der Nachwuchs fehlt, steht mit Friedrichstadt erstmals eine schleswig-holsteinische Gemeinde wegen Mitgliederschwunds vor der Bildung einer Pflichtwehr. Der Fall werde in Zukunft „wohl häufiger vorkommen“, befürchtet Peter Schütt vom Landesfeuerwehrverband.

57.000 Aktive zählten die freiwilligen Feuerwehren zwischen Nord- und Ostsee vor 15 Jahren. Heute sind es noch knapp 50.000. Der Trend sei „bundesweit erkennbar“, sagt Schütt. Mit offensiver Werbung und professionellem Marketing versuchten Feuerwehren und die für den Brandschutz zuständigen Kommunen gegenzusteuern.

In Malente und Scharbeutz etwa gingen Feuerwehrleute zuletzt von Tür zu Tür, um neue Mitglieder zu rekrutierten, berichtet Kreisbrandmeister Ralf Thomasen. „Häuserkampf“ nennen Wehren solche Aktionen augenzwinkernd. Immerhin 41 neue Kameraden seien so für die Grundausbildung in der Brandbekämpfung gewonnen worden.

Der Landtag berät unterdessen auf Betreiben des Landesfeuerwehrverbandes eine Novelle zum Brandschutzgesetz. Danach können voraussichtlich ab dem kommenden Jahr neben Jugendfeuerwehren (zehn- bis 16 Jahre) auch Kinderfeuerwehren (ab sechs Jahren) gebildet werden. Überall klagten ehrenamtlich tätige Organisationen über Nachwuchsmangel. „Der Markt wird immer dünner“, sagt Schütt.

Problem für Friedrichstadt (rund 2600 Einwohner): Nach dem Feuerwehrbedarfsplan müssten in der nordfriesischen Kleinstadt 53 Wehrleute parat stehen. Tatsächlich sind es nur noch 30. Faustregel beim Landesfeuerwehrverband: Ein Drittel unter der Sollstärke sei angesichts der Probleme, die reguläre Stärke der Wehr zu halten „soeben noch hinnehmbar“. Friedrichstadt liegt deutlich darunter. Gelingt es der Gemeinde kurzfristig nicht, ihre Feuerwehr auf die Sollstärke zu bringen, müsste der Bürgermeister eine Pflichtfeuerwehr einberufen. „Das läuft dann wie bei der Wehrpflicht“, sagt Schütt. Wer diensttauglich ist, muss dann auch Dienst tun.

In List auf Sylt und in Burg in Dithmarschen gibt es bereits zwei Pflichtwehren im Land. Allerdings sind diese mit der Situation in Friedrichstadt nicht zu vergleichen. In den beiden Orten gab es interne Probleme innerhalb der Wehren, die zu vielen Austritten führten.

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