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Studie an Ganztagsschulen : Zu viel Fleisch – Defizite bei Schulessen

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Erst Mathe, dann jede Menge Fleisch? Beim Schulessen gibt es einer Studie zufolge viele Mängel. Auch in Schleswig-Holstein und Hamburg lässt die Qualität der Mittagspause zu wünschen übrig.

Berlin | Viel Fleisch – dafür zu wenig Obst und Gemüse. Das Mittagessen in deutschen Schulen ist laut einer Studie nicht gesund genug. In der am Dienstag in Berlin vorgestellten Untersuchung im Auftrag des Bundesernährungsministeriums heißt es, dass nach wie vor Fleisch zu oft und Fisch zu selten angeboten werde. Experten-Empfehlungen für Gemüse, Obst und Rohkost würden teilweise nicht erfüllt.

Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) sagte, vieles habe sich in den vergangenen Jahren verbessert. „Aber unser Ziel muss es sein, dass Deutschland bei der Schulverpflegung im positiven Sinne ein Streber wird.“ Eltern müssten sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder in der Schule etwas Vernünftiges zu essen bekommen. Im Deutschlandradio Kultur sagte der Minister, es solle verbindliche Qualitätsstandards und einen „Ernährungs-TÜV“ geben, der präzise Vorgaben mache und deren Einhaltung auch kontrolliere. Vor allem in Schleswig-Holstein und Hamburg herrscht hier noch Mangel: Vertragliche Qualitätskontrollen gibt es in beiden Bundesländern laut der Studie nicht.

Laut der Studie dauert die Mittagspause nur in 39 Prozent der Schulen länger als 45 Minuten, wie es Ernährungsexperten empfehlen. In Schleswig-Holstein bieten nur 18 Prozent aller befragten Schulen Mittagspausen in der empfohlenen Länge an. Angesichts vielfach langer Transport- und Warmhaltezeiten seien zu viele ungeeignete Gemüsesorten im Angebot enthalten.

Für die Analyse befragte die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg rund 1500 Schulleitungen, 212 Schulträger und mehr als 12.000 Schüler. In Schleswig-Holstein wurden für die Auswertung insgesamt 762 Schüler und 10 Schulträger herangezogen. Ausgewertet wurden zudem 760 Speisepläne, 159 davon aus der Region Nord, die in der Studie Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen umfasst.

Bemängelt wird vor allem im Norden auch die geringe Menüauswahl. Laut der Studie bieten 58 Prozent der Schulen in Norddeutschland nur ein Gericht an. Vor allem im Osten Deutschlands werden den Schülern mehrere Menüvarianten angeboten.

Kritiker warnen beim Schulessen etwa vor zu billigen Produkten, Fertigsoßen und zu viel Fleisch, obwohl Kindern gerade in den Schulen eine gesunde Ernährungsweise vermittelt werden sollte. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, jeden Tag Gemüse, Salat oder Rohkost und Trink- oder Mineralwasser anzubieten. Dazu mindestens zweimal die Woche Obst und Milchprodukte, Fleisch maximal zweimal, Seefisch mindestens einmal in der Woche. Ziel ist auch, Übergewicht bei Kindern zu vermeiden.

Da es immer mehr Ganztagsschulen gibt, wird auch die Qualität des Schulessens wichtiger. Nach Angaben der Kultusministerkonferenz werden inzwischen 2,4 Millionen Schüler ganztags unterrichtet und damit fast ein Drittel aller Kinder von der Grundschule bis zur Mittelstufe. In Ganztagsschulen gibt es mindestens an drei Tagen in der Woche ein Angebot bis in den Nachmittag hinein. An allen diesen Tagen soll auch ein Mittagessen angeboten werden.

Der stellvertretende Geschäftsführer der Verbraucherorganisation Foodwatch, Matthias Wolfschmidt, kritisierte, es sei ein Unding, dass Lehrer und Eltern nicht auf Ergebnisse amtlicher Lebensmittelkontrollen zugreifen könnten, um den vertrauenswürdigsten Lieferanten für das Schulessen zu ermitteln. Die Behörden wüssten, wie es um die Hygiene in Schulküchen und bei Zulieferern bestellt sei. Der Bund solle die Länder daher zu einer Veröffentlichung der Ergebnisse verpflichten.

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erstellt am 25.Nov.2014 | 14:55 Uhr

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